Nochmal Lübbe: Bastei Lübbe geht auf glatte Preise – aber „entscheidend aber ist, was vor dem Komma steht „

Stefanie Folle
(c)Oliver Favre

Mit dem Herbstprogramm 2016 wird Bastei Lübbe alle Novitäten auf glatte Preisendungen umstellen. Einzelne Tite aber, „insbesondere im Taschenbuch, die im starken Wettbewerb stehen und nebenmarktsaffin sind“ (Stefanie Folle (Foto)), werden künftig auf 90 Cent enden.

Wie die Vertriebsleiterin bei Bastei Lübbe sagt, folge das Unternehmen damit „dem immer lauter werdenden Ruf aus dem Sortimentsbuchhandel, die vor einigen Jahren von der Verlagsgruppe eingeführte 99er-Endung abzuschaffen“. „Entscheidend aber ist, was vor dem Komma steht“, zitiert sie den Buchhändler Jan Orthey aus Lüneburg. „Wo irgend möglich“ will der börsennotierte Verlag die Verkaufspreise deshalb signifikant anheben.

„Uns ist bewusst, dass allein wir Verlage angesichts ausgereizter Konditionen, steigender Miet- und Personalkosten im Handel und rückläufiger Kundenfrequenz durch die von uns vorgegebene Preisgestaltung die Rendite des Handels verbessern können“, so Klaus Kluge, Vorstand der AG. Begleitende Kundenbeobachtungen sollen klären, wie viele Kunden überhaupt auf den ausgewiesenen Ladenpreis achten und zum Kaufkriterium erheben. Die bereits mit dem Herbstprogramm 2015 vorgenommenen testweisen Erhöhungen einzelner Taschenbücher namhafter Autoren um einen Euro auf 10,99 € haben zu keiner erkennbaren Kaufzurückhaltung geführt. Entscheidend war allerdings die Bereitschaft des Handels, sich aktiv für die preisangehobenen Titel einzusetzen.

„Das Ganze ist ein Experiment“, gibt Stefanie Folle die Richtung vor. „Sollten wir auf breiter Front scheitern, kehren wir zurück zu den teils ungeliebten, aber gelernten 99er-Endungen. Ich bin aber zuversichtlich, dass der Kunde die neuen Preise akzeptiert, inhaltliche Qualität natürlich vorausgesetzt.“

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