Ulrich Faure (60)

Ulrich Faure (l.) mit seinem Freund Dr. Jürgen Pütz

Heute wird BuchMarkt-Redakteur Ulrich Faure (l.) sechzig Jahre alt. Ihm gratulieren sein Freund, der Kommunikationsberater Dr. Jürgen Pütz (r.), und im Anschluss Jörg Sundermeier, (Verbrecher Verlag):

Das Schlimme an diesem Jubilar ist, dass er einen Artikel zu seinem runden Geburtstag strikt ablehnt. Nun könnte man denken, das sei Koketterie oder gar eine besondere Form des Narzissmus. Aber, glauben Sie mir, der Kerl meint das Ernst. Dieser Ulrich Faure ist absolut uneitel. Er arbeitet ruhig und fleißig vor sich hin, ohne viel Aufhebens von sich und seiner Arbeit zu machen und ohne viel von sich preiszugeben. Der Beleg meiner These findet sich übrigens auf buchmarkt.de selbst. Lesen Sie bitte den Artikel zu Faures 50. Geburtstag. In diesen sechs Zeilen steht nahezu nichts. Nothing. Nada. Und, glauben Sie mir, das hätte er anders haben können, wenn er es gewollt hätte.
Doch jetzt soll Schluss sein mit dem Versteckspiel.

Im Folgenden plaudern wir freimütig aus, was sich auf dem buchhändlerischen Kerbholz des Jubilars angesammelt hat. In Halle an der Saale geboren, zieht es ihn nach der Hochschulreife zum Studium der Journalistik nach Leipzig. Rasch spürt er eine besondere Affinität zum Buch, interessiert sich für unsere Branche, nähert sich ihr und heuert, folgerichtig und zielstrebig zugleich, beim Börsenblatt in Leipzig an. Dort arbeitet er bis 1990, wechselt in die Frankfurter Redaktion des Börsenblatts und macht sich 1994 selbständig. Wieder bleibt er der Buchbranche verbunden, schreibt Artikel zu buchhändlerischen Themen und kümmert sich um Buchhandelswerbung. 2001 heuert er beim BuchMarkt an, dem er bis heute treu geblieben ist und uns als Chefredakteur Internet und in seinem Specials, unter anderem über kleinere, unabhängige Verlage, mit aktuellen und spannenden Beiträgen versorgt.

Aber auch als Autor und Herausgeber zu literarischen Themen leistet Faure Außergewöhnliches. 1992 legt er ein vielbeachtetes Buch über den Malik Verlag vor, 1998 eine Anthologie mit Autoren der Insel Mauritius und 2006 ein Anthologie zu dem schönen Thema „Verpatzte Selbstmorde“. Dass Faure lieber ausgefallene als ausgetretene Wege betritt, beweist er auch 2010 mit der Herausgabe der Briefausgabe des immer noch unterschätzten Albert Vigoleis Thelen. Was er hier leistet, ist beispielhaft, nicht nur in der exzellenten Kommentierung, die er nahezu im Alleingang stemmt.

Doch so langsam soll Schluss sein mit der Lobhudelei. Sonst wird er vielleicht doch noch eitel, unser Jubilar. Stoßen wir also auf ihn an und trinken einen Schluck. Wir sind sicher, er schließt sich uns an und wird sich das eine oder andere Bierchen genehmigen. Es muss ja nicht unbedingt Altbier sein, lieber Ulli.

Dein Jürgen

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Ulli und 60 Jahre? Man fasst es nicht. Man sieht es ihm nicht an. Wir alle kennen Ulli. Die ganze Branche. Eine Buchmesse ohne ihn ist undenkbar. Dass er etwas nicht weiß oder jemanden nicht kennt – auch das ist undenkbar.

Ich weiß noch, wie ich ihn kennenlernte: Ulli war wie immer, ein bisschen – „ein bisi“, sagt er – grummelig, doch dabei freundlich. Erst telefonierten wir, später trafen wir uns dann auf der Frankfurter Messe. Der Mann gefiel mir. Er hatte viel über die Branche zu sagen, viel mehr aber über die Literatur. Welche Buchtipps ich ihm verdanke – Autoren wie Alexander Moritz Frey, Hans Keilson und nicht zuletzt J.J. Voskuil!

Wenn man sieht, wie er für die Bücher seiner Freunde Helmut Krausser und Alban Nikolai Herbst schwärmt, wie er sie verteidigt, wie er sie promotet, wie er voller Bewunderung und Liebe über Albert Vigoleis Thelen spricht oder wie er den neuesten Roman von Adrianus Franciscus Theodorus van der Heijden schon gelesen hat, noch bevor ihn sein deutscher Verlag in Händen hielt, dann sieht man einen Literaturmenschen, einen Buchstabenmenschen, einen Buchweltliebhaber, wie es kaum einen zweiten gibt.

Was ich nicht ahnte: Der Mann schreibt auch gute Bücher! Zwar hat er seinem Band über den Malik-Verlag – der, obschon es inzwischen einige neue Erkenntnis gibt, hiermit allen wärmstens empfohlen sei – kein zweites Buch folgen lassen, doch dass da noch mehr kommt, ist klar. Es ist nur eine Frage der Zeit. Und es gibt viele Bücher, die es ohne ihn nicht gäbe, deren Entstehung er begleitet oder sogar angestoßen hat. Denn Ulli hat hier mit einer Koryphäe der Expressionismusforschung etwas ausgeheckt, dort einen Roman lektoriert, er hat hier eine Ausgabe ermöglicht und dort eine Autorin mit einem Verlag zusammengebracht, er hat hier einen Aufsatz angeregt und dort jemandem auf die Sprünge geholfen. Da weiß man gar nicht, wann und wie er eigentlich seinen Job beim BuchMarkt macht – und den macht er ja auch absolut hundertprozentig.“

Und jetzt wird dieser Tausendsassa auch noch unter die Übersetzer gehen! So ist nur dieser eine! Einer für uns alle!

Feiere schön, Ulli, und sei nicht allzu genervt von unseren Liebesschwüren!

Dein Jörg

Wer auch gratulieren möchte: uf@buchmarkt.de

Möchten auch Sie jemandem aus Ihrer Buchhandlung/Ihrem Verlag zum „Runden Geburtstag“ gratulieren? Dann mailen Sie uns einen kleinen Text und ein Foto des Jubilars/der Jubilarin: redaktion@buchmarkt.de, Stichwort: Runde Geburtstage}

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