Lesetipp: Heute in der SZ Interview mit der Autorengruppe, die zahlreiche Pseudoverlage leimte

Das Prinzip ist ganz einfach: Man schreibe Schwachsinn und schicke ihn an beliebige Zuschussverlage, die finden ihn Klasse, wollen ein Buch draus machen und schicken Kostenvoranschläge für die Selbstbeteiligung. So ging es auch dem mittlerweile republikbekannten Rico Beutlich.

Nur gibt es einen talentfreien Schreiberling namens Rico Beutlich nicht. Der war ein Fake. Aber er ist eine derzeit in Blogs und Foren heftig diskutierte Kunstfigur, mit der die Autorengruppe 42er Autoren die Zuschussverlage ein wenig aufgemischt hat: [mehr…]: „Die schönsten Seiten des Schwachsinns“ titelte der Spiegel.

Heute stehen die Beutlich-Schöpfer der SZ Rede und Antwort, auf der vielgelesenen Panoramaseite.

Eine Kostprobe? Solche Post kriegt man, wenn man Pseudoverlagen Schwachsinn schickt: Ein Verlag schrieb: „Wir freuen uns darauf, Ihr Buch alsbald auf den internationalen Markt zu bringen“. Man versprach eine „US-amerikanische oder britische“ ISBN-Nummer sowie den Auftritt des Autors im Deutschen Literaturfernsehen. Ein anderer Verlag antwortete: „Sie haben wirklich tolle Ideen und verstehen es mit ihrer lebendigen Schreibweise, den Leser unmittelbar in das Geschehen eintauchen zu lassen.“ Gegen Aufpreis sollten Kinowerbespots geschaltet werden, eine Werbeanzeige bei Google auftauchen und eine für Beutlichs Werk werbende Briefmarke gedruckt werden – in einer Auflage von 100 Stück.

Und eine Leseprobe aus dem Beutlich-Manuskript gibt es bei der SZ auch. Urteilen Sie selbst, wieviele Zeilen Sie hätten lesen müssen, um den Schwindel zu entdecken…

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