KirchMedia: 12 Bieter. Versteigerungs-Erlös: 3,7 Mrd. Euro erwartet. Filmbibliothek: Marktwert nur noch 700-800 Mio € ?

Zwölf Unternehmen sind an der Übernahme von KirchMedia interessiert, zu der u.a. eine Mehrheitsbeteiligung an der ProSiebenSat1 Media AG gehört.

Wie das manager magazin in seiner neuesten Ausgabe (ET 19.07.) berichtet, haben sich bislang sechs Bietergruppen zusammengefunden. Im Einzelnen handelt es sich um die Altgesellschafter Lehman Brothers, News Corporation und Mediaset, den Heinrich Bauer Verlag und den Axel Springer Verlag, die Commerzbank und Columbia Tristar, den US-Medienkonzern Viacom, den französischen Fernsehsender TF1, den amerikanischen Milliardär und Filmproduzenten Haim Saban. Die niederländische Produktionsfirma Endemol und die US-Senderkette NBC wollen sich eventuell bestehenden Bietergruppen anschließen.

Florian Lahnstein, der beim Bankhaus UBS Warburg die Versteigerung von KirchMedia leitet, wird mit den Worten zitiert: „Wir sind sehr zufrieden mit der Quantität und Qualität der Nachfrage.“ Laut manager magazin erwarten die Kirch-Gläubiger einen Versteigerungserlös von mindestens 3,7 Milliarden €.

Nach einer vertraulichen Studie der Unternehmensberatung Roland Berger müsste bis Ende 2002 die Anzahl der Beschäftigten von KirchMedia um 1245 Mitarbeiter gesenkt werden, damit der Businessplan aufgeht.

Laut Berger-Papier könnte die auf rund 30 operative Gesellschaften reduzierte KirchMedia, zu der unter anderem eine Mehrheitsbeteiligung an der ProSiebenSat1 Media AG gehört, im kommenden Jahr einen Umsatz von 2,9 Milliarden € (2004: 3,02 Milliarden, 2005: 3,16 Millarden) und ein Ebit von 323 Millionen € (2004: 439 Millionen Euro, 2005: 573 Millionen €) erzielen. Nach der Ergebnisabführung an die weiteren Gesellschafter der ProSiebenSat1 Media AG bliebe in 2003 allerdings nur ein Konzern-Jahresüberschuss von 5,9 Millionen € übrig.

Laut manager magazin weist die Berger-Expertise überdies erstmals den Wert der legendären Filmbibliothek aus. Der fiktive Buchwert wird mit 1,7 Milliarden € beziffert. Der Marktwert beträgt, in Anbetracht der mangelhaften Qualität des Programmstocks, hingegen kaum mehr als 700-800 Millionen €.

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