In Neuss gehen Sortimenter leer aus

Der Schulausschuss der Stadt Neuss hat am Freitag in einer Sondersitzung seine zwei Wochen zuvor getroffene Entscheidung revidert. Danach erhält nun die im bayerischen Weißenburg ansässige SBV Schulbuch-Service GmbH den Zuschlag für die Lieferung der Schulbücher für die fast 24.000 Neusser Schüler. Laut der Ausschuss-Vorsitzenden Rita Hau sei das eine Entscheidung, die man gemäß EU-Richtlinie so habe treffen müssen. Gegeüber der örtlichen Neuss-Grevenbroicher Zeitung (NGZ): „Wir hatten keine andere Wahl, als das günstigste Angebot zu nehmen“
Nur sechs der 20 Mitglieder (aus allen Fraktionen) stimmten für diese Regelung, alle anderen enthielten sich.

Dieser Formalismus trifft die Neusser Buchhändler, die sich um den Auftrag beworben haben:Ursprünglich hatte der Schulausschuss vier heimischen Firmen den Zuschlag gegeben, der Auftrag sollte zu gleichen Teilen geviertelt werden. Doch der süddeutsche Anbieter legte bei der Vergabekammer Einspruch ein, weil er in einem winzigen Teilsegment um wenige Euro preiswerter war. Offenbar hatten die Neusser übersehen, das ein verschwindend geringer Teil der Schulbücher keiner Preisbindung unterliegen und dort ein höherer Rabatt gewährt werden kann. So wie es SBV tat.
Andere Städte sind klüger und unterscheiden bei der Ausschreibung zwischen preisgebunden und nicht-preisgebunden Titeln. Das hätte für Neuss bedeutet, dass die hiesigen Händler das gleiche Angebot wie der süddeutsche Mitbewerber hätten vorlegen und daraufhin den Zuschlag hätten bekommen können.

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