IG Medien unterstützt Journalist gegen Fouque-Verleger Hänsel Hohenhausen

„Es ist ein meist trübes Wasser, in dem sich einige Verlage tummeln, die Geschäft vornehmlich mit dem Geld von Menschen machen, die Bücher trotz vieler Ablehnungen unbedingt gedruckt sehen wollen. Sie lassen sich darauf ein, die Drucklegung mit einem Zuschuss möglich zu machen. Die Masche: Meist sind die Zuschüsse höher als die eigentlichen Druckkosten; ein sicheres Geschäft also für diese Unternehmen, die mit den Risiken normaler Verlage nichts am Hut haben. Und auch Werbung und Pressearbeit wird in der Regel nur sporadisch gemacht. Die Hoffnungen der Autoren erfüllen sich meist nur, wenn sie selbst im Bekanntenkreis aktiv werden. Hecht in diesem Karpfenteich ist der Unternehmer Dr. Hänsel Hohenhausen, den selbst manche seiner Wettbewerber kritisch sehen. So etwa der Frankfurter Verleger Alfred Herchen in einem Fax: Herr Hänsel! Fragwürdigen Aktivitäten beschädigen die Branche. Hänsel Hohenhausen ficht das nicht an: Kritiker versucht er unter Einsatz von juristischen Mitteln, Abmahnungen und einstweiligen Verfügungen mundtot zu machen. Was meist auch gelingt, weil sie vor den Folgekosten eines Rechtstreits zurück schrecken. Selbst große Tageszeitungen blockieren aus Scheu vor einem möglichen Rechtstreit (Autor Jürgen Andrzejewski) seit Monaten einen Text dieses Autors über solche Prozess-Praktiken, die deutlich an die Methoden der in Verruf gekommenen Abmahnvereine erinnern. Am 23. September allerdings wird es vor dem Frankfurter Landgericht zum Verfahren gegen einen Autor kommen, der Schützenhilfe von der IG Medien bekommt. Er hatte sich in einem Artikel in der kunst + kultur kritisch mit dem Hänsel-Unternehmen Fouque beschäftigt. Bis auf eine Handvoll eigenfinanzierter Bücher sind fast alle seiner inzwischen über 1000 Titel durch die Eigenleistung der Autoren fremdfinanziert. Fouque ist zwar nicht unbedingt der teuerste Zuschuss-Verlag (der Zuschuss kann je nach Verlag durchaus 30.000 DM und mehr betragen), aber mit Summen jenseits der 10.000 Mark-Grenze muss auch bei ihm gerechnet werden.(Ausführlich wurde über diese Branche in BuchMarkt 8/99 berichtet).“

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