Hans Ulrich Wehlers „Deutsche Gesellschaftsgeschichte“ mit multimedialer Zeitleiste im FAZ-Lesesaal

Der Lesesaal der Frankfurter Allgemeinen Zeitung startet am 25. August 2008 mit über

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40 Experten eine Diskussion über die deutsche Geschichte seit 1945.

Anlass ist das Erscheinen des fünften und letzten Bandes von Hans-Ulrich Wehlers Deutscher Gesellschaftsgeschichte, der die Epoche von 1949 bis 1990 schildert (C.H.Beck).

Dazu wird es im Lesesaal eine multimediale Zeitleiste geben mit reichhaltigem Bild- und Archivmaterial der F.A.Z., wodurch ein Überblick über die deutsche Gesellschaftsgeschichte von der Gründung der beiden deutschen Staaten bis zur Wiedervereinigung geschaffen wird. Des Weiteren wird es Videointerviews mit Zeitzeugen und Wissenschaftlern geben.

Zum Hintergrund: Wehlers „Deutsche Gesellschaftsgeschichte“ gehört zu den bedeutenden und zugleich umstrittenen historischen Werken unserer Zeit. Mit diesem fünften Band gelangt nach mehr als zwanzig Jahren ein Projekt zum Abschluss, das auf mehr als 4500 Seiten die deutsche Geschichte seit 1700 beschreibt. Nunmehr geht es um die jüngste deutsche Vergangenheit.

Wehlers Konzept ist dabei gleich geblieben: Soziale Ungleichheit, Wirtschaft, politische Herrschaft und Kultur stehen im Mittelpunkt. Das Urteil über die DDR fällt höchst kritisch aus. Doch auch in der Bundesrepublik, so zeigt sich, existieren bei aller demokratischen Verfasstheit soziale Barrieren und Ungleichheit, werden der Gesellschaft langfristig schwere Lasten durch einen überbordenden Sozialstaat auferlegt. Wehlers provokante Deutungen werden Aufsehen erregen und eine neue öffentliche Debatte über die deutsche Zeitgeschichte anstoßen.

Frank Schirrmacher, der für das Feuilleton zuständige Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, schreibt in der morgigen Ausgabe: „Wer das Deutschland des Jahres 2008 verstehen will, muss begreifen, dass es weniger in Ost und West geteilt ist als in zwei Zeitzonen: in die Zeit vor 1990 und in die Zeit danach. Deshalb ist das Erscheinen von Wehlers Buch weit mehr als ein wissenschaftsgeschichtliches Datum. Es gibt die Möglichkeit herauszufinden, was es ist, das wir verloren haben. Mehr noch: Es eröffnet die Chance, nicht nur Wehlers Deutung, sondern auch die alte Republik einer Revision zu unterziehen.“

Hans-Ulrich Wehler, Jahrgang 1931, lehrte viele Jahre Allgemeine Geschichte an der Universität Bielefeld und gehört zu den Begründern der deutschen Sozialgeschichte. Einer breiten Öffentlichkeit ist er seit langem als einer der meinungsfreudigsten Intellektuellen seiner Generation ein Begriff.

Der Lesesaal der F.A.Z. ist ein Diskussionsforum für Leser, in dem sie über das Buch diskutieren und miteinander ins Gespräch kommen können. Neben dem Leserforum steht ab kommenden Montag ein Expertenforum, in dem 40 Experten eine Diskussion über die deutsche Nachkriegsgeschichte führen werden.

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