Finanzinvestoren kreisen um Springer Science + Business Media / Fusion mit Informa?

Die Suche nach einem Investor für Springer Science+Business Media ist in Fahrt gekommen. Gleich eine ganz Reihe davon haben offenbar ihr Interesse bekundet sich an die Seite der bisherigen Eigner Cinven und Candover zu stellen, berichtet heute die Financial Times Deutschland (FTD).

So wollen offenbar die US-Investoren TPG, Blackstone, Carlyle, Hellmann & Friedman und die britische Gruppe CVC Capital in den Wissenschaftsverlag investieren. Im kommenden Monat sollen die unverbindlichen Angebote eingereicht werden, heißt es.

CEO Derk Haank hatte kürzlich im Interview klar gemacht, dass Springer einen weiteren Investoren brauche [mehr…]. Die ihrerseits kreisen nun um Springer und dem Fachinformationsmarkt und spekulieren dabei auch, ob Springer künftig mit dem britischen Businessinformationsanbieter Informa fusioniert werden könnte. Informa hatte erst ein Übernahmeangebot in Höhe von 2,1 Mrd. Euro durch eine Investorengruppe abgelehnt.

Der Bericht macht auch klar, woher die Schulden bei Springer kommen, die Derk Hannk in seinem Interview erwähnt. Von 2004 bis 2006 hatten sich die bisherigen Eigner schuldenfinanzierte Dividenden ausgeschüttet: in einer Höhe von insgesamt 1 Mrd. Euro. Damit erreichte die Schuldenlast 2006 die Marke von 2,1 Mrd. Euro. Cinven und Candover hätten damit mehr als das 1,5-Fache des eigenen Einsatzkapitals herausgeholt.

Haank und sein Team hat den Umsatz immerhin um sechs Prozent auf 880 Mio. Euro steigern können und einen Gewinn von 275 Mio. Euro erwirtschaftet. Doch in Zeiten der Wirtschaftskrise ist es nicht nur schwierig, neues Kapital zu bekommen, sondern auch der Absatz ist nicht mehr so sicher. Außerdem werden im September 2010 Kredite fällig. Nun brauche das Unternehmen 400 bis 500 Mio. Euro Kapital.

Haank hält den Kurs: „Wir halten gegenüber unseren Banken sämtliche Rückzahlungsklauseln ein“, sagt er im Interview und meint: Mit aktuell 1,9 Mrd. Euro liege die Verschuldung beim 6,95-fachen des Ebita und damit unter dem vereinbarten 7,25-fachen.

Eine neue Beteiligung hat auch ihre Tücken: Dafür müssten die bisherigen Eigner zwischen 30 bis 49 Prozent der Anteile abgeben, dann hätte die Banken allerdings das Recht ihre Kredite fällig zu stellen, so die FTD. Neue Verhandlungrunden stünden dann bevor.

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