Elisabeth Raabe und Regina Vitali feierten heute Abschied vom Arche Literatur Verlag

Nach 25 Jahren Arche Literatur Verlag unter der Leitung von Elisabeth Raabe und Regina Vitali übergeben die Verlegerinnen zum 1. Juli 2008 an den künftigen Verleger Niko Hansen unter der neuen Flagge der Verlagsgruppe Oetinger [mehr…], s.a. BuchMarkt 6/08, S.52ff. Heute Abend feierte man das Abschiedsfest in der Hamburger

Abschiedsfest in der Körnerstraße

Körnerstraße, und die Verlagsräume waren bis auf den letzten Quadratmeter mit Gästen gefüllt.

Herzblutverlage seien in Zeiten von Konzentration wohl ein Anachronismus, erklärte Elisabeth Raabe in ihrer Ansprache, in der sie den Buchhändlern („bitte unterstützen Sie die Arche auch mit einer anderen Handschrift“), den Vertretern („dem Rückgrat des Verlages“), den Mitarbeitern („sie sind von nun an das Gedächtnis der Arche“) und den Autoren („in der Hoffnung, dass die Arche auch in Zukunft ihr Verlagshafen bleibt“) dankte.

Besonderen Dank sprach Raabe drei Menschen aus: ihrem Bruder Paul Raabe, dem Autor Hermann Vinke und ihrer „Co-Verlegerin, Notgemeinschafts-Partnerin und Freundin“ Regina Vitali. Der Wahlspruch der Verlegerinnen sei stets gewesen: „Eine Arche kann nicht untergehen.“

Autorin Kathrin Aehnlich („Alle sterben, auch die Löffelstöre“) bezeichnete das Verlegerinnen-Duo als „zwei Musketiere, zwei Besessene, die das lieben, was sie tun“.

Der Expressionismus-Experte Paul Raabe, der Bücher bei der Arche sowohl herausgegeben als auch verfasst hat, betonte, die Anregungen zu den meisten Titeln seien von seiner Schwester gekommen, die zuweilen auch ein Buch von ihm „verlangt“ habe.

„Arche Verwandlungs Kalender“
Elisabeth Raabe, Regina Vitali (v.l.)

Autor Peter Zeindler ließ ein Gedicht übermitteln, in dem es heißt: „Regina Vitali, Elisabeth Raabe / sind das Beste, was ich habe.“

Silke Weitendorf ergriff das Wort und betonte, sie sei sich des großen Vermächtnisses bewusst, das nun in der Verlagsgruppe Oetinger eine neue Heimat gefunden hat. Im Zusammenspiel mit dem Atrium Verlag, der ebenfalls Wurzeln in Zürich hat, wolle man dafür sorgen, dass die Arche bestehen bleibe.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arche schließlich bedankten sich bei ihren Verlegerinnen mit einem beeindruckenden Arche Verwandlungs Kalender. Da sie „weder Literaten noch tot“ sind, haben sie sich mit viel Fantasie in die Protagonisten der Arche Literatur Kalender verwandelt und ablichten lassen, dazu wurden neue Texte gedichtet.

Selbstgebaute Arche: Niko Hansen, Elisabeth Raabe,
Silke Weitendorf, Regina Vitali (v.l.)

Und Niko Hansen hatte eigens eine Arche gebastelt. Die ist sehr schön geworden.

Der Arche Literatur Verlag wird mit Atrium aus der Körnerstraße nach Hamburg-Altona umziehen, der Arche Kalender Verlag wird neue Räume in St. Georg finden. Ein Abschied, zwei Anfänge, ein großes Fest.

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