Eine Verlegerfreundschaft ermöglicht ein Medizinlehrbuch mit Konfliktpotenzial

Dass ein gutes Geschäft mehr ist als nur Zahlen, Umsatz und Rendite, zeigt sich beim Schattauer Verlag auf der Frankfurter Buchmesse. Am Stand feiern bei einem türkischen

Tee Prof. Dr. Salih Murat Akkın und Schattauer GEschäftsführer Dieter Bergemann einer besondere Zusammenarbeit.

Schattauer begeht dabei auch ein kleines Jubiläum. Auf der Messe feierte der Stuttgarter Verlag die 20. Lizenz für seinen Bestseller Anatomie des Menschen von Johannes Rohen in die Türkei verkauft: an den Verleger Akkin. Der türkische Medizinprofessor betreibt neben seinen Forschungen und Vorlesungen, die er nicht nur in Istanbul, sondern auch in Köln hält, noch einen medizinischen Fachverlag.

Zufall oder Fügung? Da passte es, dass in diesem Jahr das Gastland der Messe die Türkei ist. Akkin ist der Stolz über den Kauf deutlich anzumerken. Es klingt durch, dass es für ihn ist es eine Ehre ist, diesen Atlas zu verlegen. „Ich verwende dieses Anatomiebuch seit meiner Assistentenzeit“, sagt er. Akkin hat den Atlas nicht nur verlegerisch betreut, er hat ihn auch gleich noch selbst übersetzt. „Insan Anatomisi“, wird die 20. Übersetzung nun auf türkisch heißen.

Der Deomed-Verleger Professor Salih Murat Akkin lehrt an der Universität Istanbul und ist Präsident der türkischen Anatomie-Gesellschaft. Es besteht schon seit Längerem eine freundschaftliche Verbindung mit Dieter Bergemann, Geschäftsführer des Schattauer Verlages. Kontakte zum Schattauer-Autor Professor Johannes W. Rohen entstanden erstmals im vergangenen Jahr auf der Frankfurter Buchmesse.

Dass es für Akkin durchaus ein Wagnis ist, diesen Atlas zu verlegen, darüber klärt Bergemann auf. „Der Rohen ist der einzige fotografische Atlas, der die Anatomie an Präparaten erklärt. Und in islamischen Ländern sind Abbildungen von menschlichen Körpern nicht gern gesehen. Insofern ist die Veröffentlichung ein Wagnis.“

Dennoch sieht Akkin darin ein Potenzial für seinen Verlag auf dem islamischen Buchmarkt. Denn es lernt sich am Präparat noch am besten. Das gemeinsame wissenschaftliche Interesse hat Bergemann und Akkin zusammengebracht.

Die Fragen stellte Matthias Koeffler

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