Connie Palmen las im ausverkauften Düsseldorfer Heine Haus / Christoph Buchwald moderierte

Connie Palmen und Christoph Buchwald

„Lesung mit Connie Palmen ausverkauft“ verkündete gestern Abend ein Schild im Düsseldorfer Heine Haus, und tatsächlich waren buchstäblich eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung alle 120 Plätze bereits besetzt. Die Niederländerin Connie Palmen, seit Jahren auf den Bestsellerlisten auch in Deutschland vertreten, stellte ihren neuen Roman „Luzifer“ (Diogenes) vor – erstmals las sie aus dem neuen Buch; und das gleich auch noch auf Deutsch.

„Lauschen Sie dieser Stimme – sie war teuer: Marlboro“, beginnt Palmen ihre Lesung, aber da weiß das Publikum noch nicht, in welche Abgründe die Autorin die Zuhörer

Andrang zu Signieren

verführen wird. Rein formal ist der Roman eine Art Krimi: Die Frau des Komponisten Lucas Loos stürzt auf einer Insel in einen Abgrund – Exitus. In Wahrheit ein Künstler- und Gesellschaftsroman, der den Leser nicht mehr loslässt.

Dem deutschen Publikum werde die Sicht auf den Roman nicht wie in den Niederlanden verstellt, wo man derzeit heftig diskutiert, ob Palmen die Geschichte des Komponisten Peter Schat nachgeschrieben hat oder nicht und wenn ja, ob man das darf, erläuterte Moderator Christoph Buchwald, schon zu seiner Zeiten bei Hanser ausgewiesener Spezialist für niederländische Literatur und heute in Amsterdam Verleger bei Cossee. Freilich: Schat war das Vorbild für die Hauptperson des Romans – allein, und darüber diskutierte Buchwald mit der Autorin – ist es nicht völlig egal, wie viel „Wahrheit“ der „Wirklichkeit“ abgelauscht sei, wenn es doch um einen Roman gehe. Und schon bekam das Publikum Connie Palmens höchst eigenwillige (und außerordentlich unterhaltsame) Sicht auf die Schöpfungsgeschichte zu hören.

Selten hat man bei einer Lesung so lange und geduldige Schlangen gesehen, die nach einem Signaturexemplar anstanden. Die werden aller Voraussicht nach nicht lange ungelesen bleiben.

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