Buchmesse: Gundula Gause stellt gemeinsames Azubi-Projekt von Philipp von Zabern und Schulen des Deutschen Buchhandels vor

Erstmalig haben 10 Auszubildende im Rahmen des Projekts „Bücher brauchen Medienmoderatoren“ zusammen mit dem Verlag Philipp von Zabern an den Schulen des Deutschen Buchhandels in Frankfurt-Seckbach ein Buch von der Entstehung bis hin zum Verkauf im Handel begleitet und eine moderne und zielgruppenorientierte Gestaltung und Vermarktung mitentwickelt.

Das Projekt wurde heute zusammen mit der gleichnamigen Podiumsdiskussion vorgestellt. Das Gespräch modierte ZDF-Moderatorin Gundula Gause.

Vor der Veransgtaltung sprach buchmarkt.de mit Dr. Annette Nünnerich-Asmus, Geschäftsführerin des Verlages Philipp von Zabern, Monika Kolb-Klausch, Geschäftsführerin der Schulen des Deutschen Buchhandels und drei der beteiligten Azubis, Natalie Hanß (Thalia Zweibrücken), Hannah Irmler, (Zimmermanns Buchhandlung, Nürtingen) und Sonja Münch (Buch und Musik in Weil der Stadt.

buchmarkt.de:Eigentlich sollten die Azubis etwas lernen, aber fragen wir doch vorab, ob auch der Verlag etwas gelernt hat? ]
Dr. Annette Nünnerich-Asmus: Der Verlag hat im Verlaufe des Projektes durch die Diskussion mit den Auszubildenden noch einige Details seines Buches „Drei Legionen für Rom“ im Hinblick auf den Käufer besser ausarbeiten können. So wurde das Titelbild entschiedener auf den jugendlichen Leser hin verbessert. Selbst inhaltlich konnte das Lektorat von den jungen Auszubildenden, die schon altersmäßig dem jugendlichen Leser näher sind, profitieren.

Und die Auszubildenden? Mit welchem Gefühl sind Sie an das Projekt herangegangen? Hat sich das im Laufe der Arbeit bestätigt?
Natalie Hanß: Ich habe ursprünglich Zweifel gehabt, ob ein Projekt mit einer verhältnismäßig hohen Teilnehmerzahl Sinn macht und ob umgekehrt gemeinsam ausgearbeitete Ideen und vor allem Verbesserungsvorschläge auf ein offenes Ohr treffen würden. In beiden Punkten wurde ich angenehm überrascht, da die Motivation der Teilnehmer schon in Seckbach hoch war, jeder das ursprüngliche Manuskript eingehend gelesen hatte und bereits von Anfang an Anregungen vorgebracht wurden. Diese Motivation konnte dadurch aufrechterhalten werden, da sich früh zeigte, dass unsere „Hilfe“ seitens des Verlags auch wirklich gewünscht erschien und oft konkret umgesetzt wurde.

Was hat Sie bei der Ausführung des Projektes am meisten überrascht?
Hanna Irmler: Positiv überrascht hat mich, dass wir tatsächlich ein reelles Mitspracherecht hatten, unsere Vorschläge oft angenommen oder zumindest ernsthaft überdacht wurden.

Was haben Sie dabei gelernt?
Natalie Hanß: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein solches Projekt durchaus nicht komplett „hierarchisch“ geprägt sein muss, sondern dass es oft unkomplizierter ist als man vermutet, in direkter Verbindung mit einem Verlag zu stehen und auf „gleicher Augenhöhe“ Vorschläge oder auch Kritiken auszudiskutieren und dementsprechend zu agieren. Ansonsten war es natürlich spannend, den Entstehungsprozess eines Buches mitzuverfolgen und beim Rundgang durch die Druckerei die maschinelle Herstellung von Büchern zu sehen.

Gab es Durchhänger?
Sonja Münch: Bei mir gab es Durchhänger, da die Arbeit in der Buchhandlung ja weiterläuft, aber die Motivation an sich hat nicht nachgelassen. Dann musste man eben mal auf die Zähne beißen, ich denke der Einsatz hat sich gelohnt.

Wie war die Zusammenarbeit mit PvZ?
Hannah Irmler: Die Offenheit des PvZ fand ich großartig. Wir konnten alles fragen, vieles vorschlagen und manches nach unserem „Geschmack“ ändern, wobei wir nie auf grundsätzliche Ablehnung gestoßen sind.

Würden Sie das wieder machen?
Natalie Hanß: Aufgrund der günstigen Rahmenbedingungen, organisiert durch die Buchhändlerschule, bzw. Herrn Lemke, der mit derartigen Projekten bereits Erfahrung hat, dem Abwechslungsreichtum und der freundlichen Zusammenarbeit fast aller Beteiligten: Ja, eindeutig.

Hätten Sie Lust, ähnliche Aktionen mit anderen Themen zu machen und wenn ja mit welchen?
Sonja Münch: Sehr gerne würde ich mich wieder an ähnlichen Projekten beteiligen. Ich denke, da gibt es noch viele Möglichkeiten, spontan fällt mir zum Beispiel die Mitarbeit an Hörspiel- beziehungsweise Hörbuchproduktionen ein. Auch Bilderbücher wären ein interessantes Feld, mit neuen Herausforderungen.

Und schließlich die Frage an die Pädagogin. Warum ist so ein Konzept sinnvoll?
Monika Kolb-Klausch: Projektarbeit als Entwicklungskonzept ist zu einem bedeutenden Bestandteil unserer pädagogischen Ausrichtung geworden. Es geht uns dabei um aktives Lernen. In dem konkreten Projekt mit dem Philip von Zabern Verlag ging es um eine „fast“ ganzheitliche Vorgehensweise, um Prozessverständnis, Zielgruppenorientierung, Marketing, Verkaufen und schließlich um Projektarbeit selbst: welche persönlichen Anforderungen stellt ein Projekt an die Projektgruppe, an das Zeitmanagement, Kommunikation, Planung und so weiter.

Auf dem Foto vom Podium: Elisabeth Windfelder (Auszubildende), Anna Degen (Auszubildende), Theresia Singer (Headromm), Annette Nümmerich-Asmus (Philipp von Zabern), Michael Köhnlein, (Kösel Druckereien), Gundula Gause (ZDF), Rolf Müller (Langenscheidt), Prof. Dr. Steffen Auffenanger, (Universität Mainz), Monika Kolb Klausch (Schulen des Deutschen Buchhandels)

Das Buch – der Jugendroman zum 2000. Jahrestag der Varusschlacht Drei Legionen für Rom. Ein Abenteuer um die Varusschlach von Matthias Raidt und Christoph Haußner – erscheint zur Frankfurter Buchmesse 2008 im Verlag Philipp von Zabern.

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