Besucherrekord: Zuwachs 7,5 %/ – Messeschluss wird noch einmal überdacht/Gerüchte (fast) alle dementiert

Mehr als 300.000 Besucher bei der 52. Frankfurter Buchmesse – das ist ein (Rekord) Besucherzuwachs von rund 7,5 %. So soll der Plan, die Buchmesse im kommenden Jahr schon am Sonntag um 16 Uhr zu schließen, noch einmal überdacht werden, da er ja auch den Zugang fürs Publikum verkürzen würde.. Problem aber: Die nächste Aufsichtsratssitzung der Buchmesse GmbH ist erst im Februar nächsten Jahres. Doch es zeigt sich schon: Auch Aussteller, die zunächst der neuen Lösung zugestimmt haben, sehen jetzt die Probleme mit Publikum und (teurem) Abbau am Sonntag. Im Übrigen war es eine „erfolgreiche, sehr ruhige Messe“ – so ruhig, dass man Gerüchte erfinden musste, um die Gespräch in den Gängen zu beleben. Hier die schönsten, die im übrigen alle dementiert wurden: Bonnier kauft Rowohlt, Bertelsmann kauft S.Fischer, DroemerWeltbild wird wieder entflochten, Peter Wilfert geht von Rowohlt zu Droemer, Dr. Hans-Peter Übleis zurück nach Augsburg – alles „bullshit“, wie die Betroffenen sagen. Anders als in den letzten Jahren wurde lediglich so gut wie gar nicht über den in den letzten Jahren immer heiß gehandelten Verkauf des Wilhelm Heyne Verlages geredet. Erst zum Messeschluss war auch das plötzlich ein Thema. Anders als in den Vorjahren sind diesmal („andere strategische Ziele“) offensichtlich weder Bertelsmann noch Holtzbrinck mit im Bieter-Boot, dafür sollen die schwedische Bonnier Gruppe (Piper, Carlsen, Ars Edition u.a. und der Axel Springer-Konzern (Econ Ullstein List) jeweils ihr Interesse am Heyne Verlag bekundet haben (wie übrigens auch Thomas Ganske, der in einer Übernahme eine Stärkung seiner Buchgruppe GU und HoCa sieht). Mit einer Übernahme der Heyne- Gruppe könnten alle drei ihren jeweiligen Deutschland-Umsatz mindestens verdoppeln. Es wird nicht an den Mitteln, sondern an der jeweiligen Strategie liegen, wem Rolf Heyne den Zuschlag gibt, falls er diesmal doch sein Lebenswerk aus der Hand gibt. Alle drei Interessenten (neben Thomas Ganske auch Piper Verleger Viktor Niemann und EUL-Verleger Christian Strasser) waren übrigens am Messesamstag Gäste beim traditionellen Heyne Empfang – nur Rolf Heyne fehlte krankheitshalber und ließ sich von Ehefrau Anja vertreten. So kam das letzte Gerücht der Messe auf: Die drei blockieren sich hier gegenseitig – und Rolf Heyne unterschreibt gerade in München mit den Brüdern Dr. Mark und Frank Wössner. Dass die beiden die drei Konzerne aus dem Feld schlagen, das hätte was….. ist aber bisher auch nur ein – zugegeben schönes – Gerücht.

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