1. Bookparade: Schweizer Buchhandlungen schließen aus Protest am Welttag des Buches / Demonstration in Zürich für den Erhalt der Buchpreisbindung

Unter der Federführung der Kleinbuchhandlungs-Vereinigung der deutschsprachigen Schweiz (VUKB) schließen viele Buchhandlungen aus Protest am 23. April 2007, dem Welttag des Buches.

Stattdessen marschieren Buchhändlerinnen und Buchhändler an der 1. BOOKPARADE in Zürich mit. Ein Marsch fürs Buch durch die Zürcher Innenstadt mit anschließender Veranstaltung im Theater Neumarkt. Das gibt der Verein der unabhängigen Kleinbuchhandlungen (VUKB) soeben in einer Pressemitteilung bekannt.

Weiter erklärt der Verein:

„Günstige Bücher und kulturelle Vielfalt in einem landesweit flächendecken Buchhandelsnetz ohne Subventionen, welche die Staatskasse belasten. Kulturminister Bundesrat Pascal Couchepin hat sich kürzlich negativ über den Sinn einer Buchpreisbindung in der Schweiz geäußert. Er hat damit kundgetan, dass er die unabhängigen Buchhandlungen und deren Arbeit für das Kulturgut Buch ignoriert, dass er sich über sämtliche Argumentarien hinwegsetzt, welche im Zusammenhang mit dem Sinn und Zweck der Buchpreisbindung stehen und ihm und seinem Departement hinlänglich bekannt sind:

Günstige Bücher und kulturelle Vielfalt in einem landesweit flächendeckenden Buchhandelsnetz ohne Subventionen, welche die Staatskasse belasten.

Der Blick über die Grenze zeigt, dass folgende Tatsachen ignoriert werden:

Die Mehrheit der Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben die Preisfestlegung im Buchhandel kartellrechtlich geprüft und genehmigt. In Deutschland, das ein ebenso strenges Kartellrecht wie die Schweiz kennt, besteht über die Parteigrenzen hinweg bezüglich der Preisbindung Einigkeit. Sie erfüllt aus deutscher Sicht ein überwiegend öffentliches Interesse und ist auch kartellrechtlich gerechtfertigt.

Die Preisbindung bei Büchern ist derjenigen der anderen Printmedien in unserem Land sehr ähnlich. Gemeinsam garantieren sie eine große Medienvielfalt in den Bereichen Buch, Zeitungen und Zeitschriften. Wer das Buch ungeschützt den gleichen Marktgesetzen unterwirft wie Suppenwürfel und Autoreifen, wird im kulturellen Bereich das erhalten, was er heute schon andernorts benutzen muss: Einheitssuppen und Standartzubehör. Die Schweiz ihrer geistigen Besonderheiten zu berauben heißt, ihr den Nimbus ihrer Einmaligkeit zu nehmen. Wer dieses will, zerstört mit ihren Büchern auch das Land.

In Frankreich und Schweden ist nach dem Fall der Preisbindung das Buchhandelsnetz zusammengebrochen. In Frankreich wird mit allen Mitteln versucht, die Preisbindung wiedereinzuführen. In den preisbindungsfreien USA sind die Buchpreise im Verhältnis zum Bruttosozialprodukt rund 30% teurer als im gesamten deutschen Sprachraum. Der Angriff auf die hiesige und bewährte Buchpreisbindung wirft Fragen und gibt Rätsel auf.“

Kontakt: VUKB
Verein der unabhängigen Kleinbuchhandlungen der Schweiz
http://www.vukb.page.ms

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