Strukturwandel
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Ein Strukturwandel findet, wie in anderen Brachen, auch im Buchhandel statt. Bei den Verlagen hat der Konzentrationsprozess schon vor über dreißig Jahren begonnen.
Medienkonzerne und große mittelständische Verlage haben andere, kleinere Verlage aufgekauft und übernommen. In dieser Phase entwickelten die Publikumsverlage der Bertelsmann AG und die Holtzbrinck-Gruppe ihre Dominanz und Stärke. Inzwischen operieren diese beiden großen Verlagsgruppen global und sind zu weltweit arbeitenden Medienunternehmen geworden. Dazu zählt auch die schwedische Bonnier-Gruppe, die in Deutschland eine Reihe von Verlagen besitzt. Auch die wissenschaftlichen Verlage waren einem Konzentrationsprozess unterworfen.
Der Konzentrationsprozess im Zwischenbuchhandel verlief durch Investitionen in neue Technologien parallel dazu. So haben sich bei den Barsortimenten und den Verlagsauslieferungen immer weniger und immer größere Unternehmen entwickelt. Inzwischen ist der Konzentrationsprozess dort auch nahezu zum Stillstand gekommen.
Im Sortimentsbuchhandel setzte der Konzentrationsprozess später ein, hat sich allerdings in den letzten Jahren erheblich beschleunigt. Zunächst verschwanden kleinere Buchhandlungen im Konkurrenzumfeld von regionalen Marktführern. Mit dem Beginn nationaler Buchhandelsketten hat sich die Situation zu Beginn des neuen Jahrtausends erheblich verändert. Mit Thalia (Douglas Holding, Hagen) und der DBH (Weltbild, Augsburg) stehen sich zwei bundesweit arbeitende Ketten gegenüber, im Westen (im wesentlichen in NRW) dominiert die Mayersche Buchhandlung aus Aachen. Viele buchhändlerische Marktführer in kleinen, mittleren und großen Orten haben ihre Buchhandlungen an eine dieser drei Ketten verkauft.
Trotzdem haben profilierte, inhabergeführte Buchhandlungen nach wie vor gute Chancen, sich am Markt zu behaupten. Persönliche Kunden-Ansprache, ein sorgfältig ausgewähltes Buchangebot und eine besondere Atmosphäre in den Verkaufsräumen überzeugen immer noch viele Leser.
Einen wesentlichen Einfluss auf den Strukturwandel werden die elektronischen Medien bewirken, allein schon dadurch dass heute das Internet eine der größten Buchabsatzquellen geworden ist. Damit haben sich die Gewohnheiten der Kunden und ihr Bestellverhalten verändert - was wiederum die Branchenstruktur beeinflusst.
