Konzern
Aus BuchMarkt Wiki
Ein Konzern ist ein Zusammenschluss mehrerer rechtlich unabhängiger Unternehmen zu einer wirtschaftlich Einheit unter einer gemeinsamen Leitung. Der Konzern besteht aus dem Mutterunternehmen und Tochtergesellschaften. Eine Organisationsform ist z.B. die Konzern-Holding, über die das gesamte Unternehmen gesteuert wird.
Konzerne können unterschiedlich ausgestaltet sein:
Bei Gleichordnungskonzerne operieren Unternehmen gleichrangig nebeneinander und werden über Beiräte oder durch personelle Leitungsverpflechtungen gesteuert.
Bei der Form der Unterordnungskonzerne herrscht eine Konzernmutter über die anderen Unternehmen, die häufig nur noch wie Betriebsabteilungen organisiert sind.
Eine weitere Gruppe sind die Eingliederungskonzerne. Hier erwirbt der dominante Konzern eine andere Aktiengesellschaft und behält zwar die Rechtform der erworbenen AG bei, allerdings nur als Mantel, die Betriebsteile werden in das Mutterunternehmen eingegliedert und mit diesem verschmolzen.
Eine weitere Konzernvariante sind die Vertragskonzerne. Sie streben einen Beherrschungsvertrag über ein anderes Unternehmen an und bestimmen damit die Richtlinien und die unternehmerischen Entscheidungen des neuen Unternehmens. Die Konzernmutter ist in den erworbenen Unternehmen weisungsbefugt. Bei dieser Konstruktion müssen nach dem Aktienrecht in beiden Gesellschaften die Hauptversammlungen zu 2/3 Mehrheit dem Konstrukt zustimmen.
Es gibt auch Konzernstrukturen, denen keiner der behandelten Formen zugrunde liegen. Es sind Konzerne, die auf der Basis der Mehrheitsverhältnisse – sie besitzen die Mehrheit des Aktienkapitals oder die Mehrheit der Gesellschafteranteile an einem weiteren Unternehmen und tragen damit faktisch zur Konzernbildung bei. Diese Struktur nennt man Faktische Konzerne.
In betriebswirtschaftlicher Hinsicht wird zwischen Horizontalen, Vertikalen Konzernen und Mischkonzernen unterschieden.
In Horizontale Konzerne arbeiten gleiche Firmentypen nebeneinander operierend im Unternehmensverbund. Das könnten unterschiedliche Verlage sein, aber auch in einer anderen Branche verschiedene Brauereien orientiert an der gleichen Produktart.
Vertikale Konzerne nutzen die Wertschöpfung innerhalb einer Kette. Ein Beispiel wäre eine Agentur, ein Verlag, eine Druckerei, eine Verlagsauslieferung und der Direktvertrieb verbunden mit einem Serviceunternehmen. Aus einer anderen Branche könnte es beispielsweise im Montanbereich eine Erzgrube, eine Zeche, Bahnanlagen, Transport und Logistikeinheiten, Hochöfen, Verhüttungsanlagen, Stahlwerke und Maschinenbauunternehmen, Ingenieur- und Konstruktionsbüros und Handelsfirmen sein.
Mischkonzerne haben im Unternehmen Firmen aus ganz unterschiedlichen Branchen. Es können Banken neben chemischen Fabriken, Lebensmittelproduktionsstätten und Logistikunternehmen mit Firmenbeteilungen verbunden sein. Ein Beispiel wäre der Oetkerkonzern mit seinem Backpulver, dem Kern des Unternehmens, anderen Lebensmitteln, Molkereien, Brauereien, Mineralwasserproduktionsstätten, Redereien, Konservenproduktionsstätten, Tiefkühlprodukten, Beteiligungen an Handelsunternehmen und einer Bank. Vorteil der Mischkonzerne ist die Risikostreuung.
Es gibt auch kritische Betrachtungsweisen zur Konzernbildung, denn sie führen zu großer wirtschaftlicher und manchmal auch politischer Macht. Nach 1945 wurden der wohl damals größte Konzern der Welt, die IG Farben (der Zusammenschluss nahezu aller Chemischen Unternehmen) wieder aufgelöst. Das galt auch für die Entflechtung großer Montanunternehmen. Heute überwachen das Kartellamt und EU-Kartellbehörden Firmenzusammenschlüsse und versuchen Monopole und Oligopole zu verhindern.
Im Verlags-, im Buchhandels- und Medienbereich gibt es ein Unternehmen, das den Konzernstrukturen entspricht: die Bertelsmann AG. Einige große Unternehmen, die konzernähnliche Strukturen aufweisen, prägen die Medien. Das sind die Axel Springer AG, Burda, Bauer und im Buchbereich mit dem weiteren Medienengagement die Holtzbrinck-Gruppe. Die Holtzbrinck-Gruppe versteht sich nach eigenem Selbstverständnis nicht als Konzern, weil sie dezentral organisiert ist.
Im Tageszeitungsbereich gibt es größere Verlagsgruppen mit konzernähnlichen Strukturen. Dazu gehören die WAZ Gruppe in Essen, die Neven Dumont Gruppe in Köln, die Verlage um die Süddeutsche Zeitung und die Stuttgarter Zeitung und die Rheinisch Bergische Druckerei und Verlagsgesellschaft in Düsseldorf (Rheinischen Post).
Für den Buchverlagsbereich kann von drei sehr dominanten Unternehmen sprechen: Die Bertelsmann AG mit Random House, die Holtzbrinck-Gruppe mit S.Fischer, Droemer, Rowohlt, Kiepenheuer & Witsch und Metzler/Poeschel, sowie die zur Bonnier-Gruppe gehörenden Verlage wie Carlsen, Piper, Ars Edition und Ullstein.
