Der "Herr der juristischen Bücher und heimliche Gesetzgeber" ist ungebrochen aktiv Dr. Hans Dieter Beck (85)

Heute wird Dr. Hans Dieter Beck 85 Jahre alt. Wenn der „Herr der juristischen Bücher und heimlicher Gesetzgeber“ (so Heribert Prantl vor fünf Jahren in der SZ über den „Großverleger“) sagt: „Ich sehe es als ein großes Glück für mich, auch noch in fortgeschrittenem Alter der belebenden Wirkung wechselnder Anforderungen ausgesetzt zu sein“, dann glaube ich zu wissen, wovon der „gelernte“ Urheberrechtler spricht. Und ich kann mir auch diese Zeitspanne aktiver Tätigkeit vorstellen:

Dr. Hans Dieter Beck

Als Dr. Hans-Dieter Beck 1961 „als eine Art juristischer Lektor“ im Beck Verlag angefangen hat, gab es meinen BuchMarkt noch nicht. Und was ist  alles  passiert in seinen  55 Jahren aktiver Arbeit für C.H. Beck?

Er hat mir vor fünf Jahren ausführlich aus seinem Leben erzählt (in unserem aktuellen Interview): Nach vier Jahren Arbeit im Verlag und einem längeren USA-Aufenthalt lockte es ihn aber noch einmal, auch Erfahrungen im deutschen Justizdienst zu sammeln. Er ging als Gerichtsassessor und später als Richter an das Münchner Landgericht. „Die erforderlichen Examensnoten hatte ich ja“, erzählt er. Beck untertreibt: Sie waren exzellent.

Erst Ende 1970, er war 38 Jahre alt, kam er zurück, um den juristischen und wirtschaftlichen Bereich des Beck Verlags und zugleich die Oberleitung der Nördlinger Druckerei zu übernehmen. Die labile Gesundheit seines Vaters erzwang den Wechsel in der Unternehmensführung – sein jüngerer Bruder Wolfgang Beck begann deshalb zur gleichen Zeit, sich in den geisteswissenschaftlich-belletristischen Verlagsbereich einzuarbeiten. Dr. Hans Dieter Beck: „Der juristische Beck Verlag glänzte schon damals durch die alle Rechtsbereiche abdeckende auflagenstarke Neue Juristische Wochenschrift und seine fast lückenlosen Gesetzesausgaben und die stattliche Reihe der Beck’schen Kurzkommentare: „Markführer im eigentlichen Sinne waren wir aber damals noch nicht.“

Dass sein Unternehmen  unangefochten die Nummer Eins in seinem Markt ist, ist unbestritten seine Leistung – aber, so gibt er zu: „Schöner war es, als der Betrieb kleiner war.“ Trotzdem möchte Dr. Hans Dieter Beck mit niemandem tauschen und schon gar nicht kürzer treten: „Es wäre nur schön, mal freie Extrazeit zu haben für Themen, die mich auch interessieren, z.B. für ein Zweitagesseminar über Kapitalrecht.“

Lieber Herr Dr. Beck, ich gratuliere Ihnen von Herzen, voller Bewunderung für Ihr Lebenswerk.

Ihr Christian von Zittwitz

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