Umgeschaut: der etwas andere Messerundgang

Nachgestellt

Während der Buchmesse fanden auch 24 Ausstellungen statt. Einige hat BuchMarkt besucht.

In Halle 3.1 war im Veranstaltungsplan am Stand A189 eine Ausstellung KAFKA. Schriftenreihe der Deutschen Kafka-Gesellschaf angekündigt. „Da ist wohl etwas schief gelaufen“, sagt Paul Remmel, mit seinem Bruder Andreas Remmel Chef des Bernstein Verlags. In der schmalen Koje mit gerade einmal drei Normwänden ist eine Ausstellung mit 25 Bildern kaum unterzubringen. Aber man erfährt von Nadine E. Chmura, Präsidentin der Deutschen Kafka-Gesellschaft eine Menge – mehr unter www.kafka-gesellschaft.de.

Zum Beispiel, dass es diese Gesellschaft erst seit 2005 gibt. „Ich wollte damals Mitglied der Kafka-Gesellschaft werden und stellte fest, dass die in Deutschland gar nicht existiert. So haben Gleichgesinnte mit mir diesen Verein gegründet“, erzählt Nadine E. Chmura. Seit 2007 trifft sich die Gesellschaft zu Tagungen mit internationaler Beteiligung, zu sechs Kafka-Gesellschaften weltweit bestehen Beziehungen.

Die Deutsche Kafka-Gesellschaft hat mittlerweile etwa 110 Mitglieder und gibt im Bernstein Verlag eine Schriftenreihe wissenschaftlicher Texte – jeweils nach den Jahrestagungen – heraus, die sich mit einer ausgewählten Kafka-Thematik beschäftigen.

Eine Exposition und ein Katalog existieren natürlich auch. Sie ist durch einen Aufruf an Künstler, sich zum Thema Franz Kafka visuell zu äußern, entstanden. Etwa 60 Einsendungen konnte die Gesellschaft verzeichnen. In einer Wanderausstellung wurden die Werke bereits in Berlin, Düsseldorf und Bonn gezeigt.
Übrigens: Ein Raum von etwa 60 Quadratmetern mit freien Wänden sollte dafür schon zur Verfügung stehen.

Im Foyer der Halle 4.0 war die Fotoausstellung Widerreden – Worte gegen Gewalt zu 60 Jahren Friedenspreis des Deutschen Buchhandels aufgebaut. Sie erinnert an die Geschichte des Preises, die damit Ausgezeichneten und ihre Reden in der Paulskirche in Frankfurt.

Auf einem Tisch konnte man sich Bücher der Preisträger aussuchen und auf Karton-Hockern, die mit wegweisenden Aussagen bedruckt sind, gleich in den Büchern schmökern. Oder aber auf den Sitzmöbeln eine Ruhepause einlegen und dabei die Bilder und Texte auf den Stellwänden anschauen. Am Sonntag ist die Exposition in der Paulskirche zu sehen.

Auf ein anderes Jubiläum weist eine Bilderreihe im Gang N und Q gegenüber Q539 in Halle 4.1 hin: Eine Mauer verschwindet. Henning Langenheim hat während des Mauerfalls filmstreifenartig Sequenzen aufgenommen und Diptychen von aufeinanderfolgenden Negativen geschaffen. Ein Katalog dazu ist bei akg-Images erschienen.

Im Bereich Nonbooks in Halle 4.0 wird einem ganz weihnachtlich beim Betrachten des Standes von Hoff Interieur.

Ein paar Schritte weiter findet man Verpackungen, Karten, Kerzen, Seifen und Spiele – hergestellt in den Mosaik-Werkstätten für Behinderte.

Der Bereich book art in der Halle 4.1 hat sogar einen eigenen kleinen Katalog, in dem sich die etwa 100 Aussteller kurz präsentieren. Seit zehn Jahren haben Handpressen, Lithografen, Kalligrafen, Museen und Buchkünstler unter dem Dach Platz der Buchkunst zusammengefunden, organisiert wird das alles seit dem Jahr 2000 von BuchDruckKunst e.V. Stimmt, das ist ja noch ein Jubiläum! Und hier gibt’s auch Buchstaben zum Anfassen, die größten – und schwersten – bei Tanja Leonhardt in ihrem Wortgarten.

Im Comic-Zentrum in Halle 3.0 wurde fleißig an einem riesigen Wandbild gemalt. Für die letzten beiden Messetage ist das Bild ins Foyer des Congress Center umgezogen. Phil Yeh, der bereits 2002 auf der Buchmesse malte – das damals produzierte Bild ging an ein Frankfurter Kinderkrankenhaus – zeichnete die Konturen vor, und etwa 100 überwiegend junge Messebesucher, Cosplayer und Comic-Fans haben sich mit Pinsel und Farben beteiligt.
Das Bild wird in diesem Jahr an die Bettina-Schule übergeben.

Ebenso bunt wie die fünf Ein-Quadratmeter-Tafeln von Phil Yeh sind die Kostüme der Schauspieler, die einen Eindruck in die Peking-Oper vermitteln. Eine sehr bewegliche und von Musik begleitete „Ausstellung“ auf der Freifläche Agora.

JF

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