Veranstaltungen Litprom-Literaturtage: Französische Sprache im Fokus

Gestern stellten die Organisatoren der sechsten Litprom-Literaturtage in Frankfurt das Programm des zweitägigen Festivals, das am 21. und 22. Januar im Literaturhaus Frankfurt stattfinden wird, vor.

Louis-Philippe Dalembert aus Haiti, Linda Lê, in Vietnam geboren und in Frankreich lebend; Alain Mabanckou, Boniface Mongo-Mboussa und Fiston Mwanza Mujila aus dem Kongo, die in Kalkutta geborene und nach Frankreich gezogene Autorin Shumona Sinha, der in Algerien gebürtige Friedenspreisträger Boualem Sansal, der aus dem Iran stammende Pedro Kadivar, der jetzt in Berlin lebt – sie alle werden teilnehmen. Außerdem wird es zusätzlich einen deutsch-französischen Tag mit Meriam Bousselmi und Frankfurter Schülern geben.

Die aus Deutschland kommenden Festivalteilnehmer sind Stéphane Bittoun, Katharina Borchardt, Carolin Callies, Regina Keil-Sagawe, Claudia Kramatschek, Ruthard Stäblein, Anne Weber, Jan Wilm und Mikalai Zastenski.

Juergen Boos, Anita Djafari
Juergen Boos, Anita Djafari

 

„Die Literaturtage sind eigentlich auch Auftakt für den diesjährigen Ehrengast der Frankfurter Buchmesse unter dem Motto ‚Frankfurt auf Französisch’. Bereits vor fünf Jahren haben wir uns Frankreich nach 1989 noch einmal als Ehrengast gewünscht. Es geht um die französische Sprache, bereits die Literaturtage greifen das Thema auf. Es wird auch eine spannende politische Diskussion werden“, äußerte Messedirektor Juergen Boos.

a Elisabeth Simonet, Dominique Petre
Elisabeth Simonet vom Verbindungsbüro für das Ehrengastkomittee und Dominique Petre, Institut français

 

Litprom-Geschäftsführerin Anita Djafari sagte: „Unser Arbeitstitel für die Literaturtage war ‚Frankophonie’, aber das ist zu kurz gegriffen. Deshalb heißt das Motto nun ‚Weltwandeln in französischer Sprache’. Die Übersetzung dieses Begriffs ins Französische ist allerdings schwierig …“ „Es könnte mit ‚Déambuler en langue française’ übertragen werden“, sprang Kurator Florina Kniffka ein (déambuler bedeutet etwa flanieren).

Kurator Florian Kniffka

 

Beim Stichwort Frankophonie wurde an das Manifest Pour une „littérature-monde“ en français von 44 Autoren aus Afrika, Asien, der Karibik und der arabischen Welt erinnert, das 2007 in der französischen Tageszeitung Le Monde veröffentlicht wurde. Für diese Schriftsteller bedeutet „Francophonie“ eine neo-koloniale Ausgrenzung einer „nur“ frankophonen Peripherie durch das französische Zentrum. Über verschiedene Ansichten dazu wird auch auf den Literaturtagen geredet werden. „Deshalb legen wir keinen Schwerpunkt auf Buchbesprechungen und Novitäten, sondern stellen eher diese Thematik in den Fokus“, erläuterte Kniffka. Die Literaturtage seien eine gute Mischung aus Lesungen, Podiumsdiskussionen und Werkstattgesprächen.

Wie schwierig die Überwindung von Sprachgrenzen ist, nennt Boos an einem Beispiel: „Es hat 20 Jahre gedauert, bis sich der englische und der französische Verlegerverband Kanadas einigten. Deshalb ist Kanada auch erst 2020 Ehrengast der Frankfurter Buchmesse.

In diesem Jahr werden französischsprachige Autoren aus vielen Ländern kommen – anders als 2007 beim Ehrengast Katalanische Länder“, sagte er, „die Länderpalette wird immer größer.“

Am Programm der Frankfurter Buchmesse, das weitgehend stehe, werde sich nichts ändern – selbst wenn es in Frankreich zu einem Regierungswechsel kommen sollte, beantwortete der Messedirektor eine entsprechende Frage.

„Wir wollen mit den Literaturtagen das Publikum erreichen, kooperieren sowohl mit der Buchhandlung Land in Sicht als auch mit der Buchhandlung Südseite. Wir wissen aus Erfahrung, dass die Gäste oft nach Originalen fragen. Alle Bücher, die auf den Literaturtagen behandelt werden – bis auf eines – liegen in deutscher Übersetzung vor“, ergänzte Djafari. Die Veranstaltungen werden ins Deutsche übersetzt, dafür sorgen die Übersetzer Jutta Himmelreich, Elisabeth Müller, Marianne Crux und Edouard Schartz.

 

Eine Besonderheit in diesem Jahr ist der deutsch-französische Tag mit der tunesischen Dramaturgin Meriam Bousselmi am Montag, 23. Januar. Sie wird mit etwa 100 Jugendlichen aus drei Frankfurter Schulen, die sowohl das deutsche Abitur als auch das französische Baccalauréat im Doppelabschluss „Abibac“ anbieten, zusammenkommen, aus ihren Theaterstücken vorlesen und mit ihnen sprechen.

Der deutsch-französische Tag, eigentlich der 22. Januar, erinnert an den Abschluss des Élyssée-Vertrags 1963.

 

Das Programm im Detail ist unter Litprom-Literaturtage nachlesbar.

JF

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