Auszeichnungen Gütesiegel „Lesefreude Hessen – Anerkannter Lesepartner 2016/17“ in Wiesbaden verliehen

Heute Vormittag wurde im Literaturhaus Villa Clementine in Wiesbaden das Gütesiegel Lesefreude Hessen – Anerkannter Lesepartner, eine Auszeichnung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in Kooperation mit dem Hessischen Kultusministerium, zum vierten Mal vergeben. Von den 52 ausgezeichneten Buchhandlungen waren 39 in die hessische Landeshauptstadt gekommen, um die Urkunde für ein kompetent ausgewähltes Sortiment im Bereich Kinder- und Jugendbuch, eine individuelle und qualitative Beratung sowie phantasievolle Aktionen persönlich in Empfang zu nehmen.

Andreas Auth

 

Andreas Auth, Vorsitzender des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland im Börsenverein, begrüßte die Gäste im schönen Saal des Hauses und zitierte die Autorin Kirsten Boie, die in einem Vortrag vor über 20 Jahren sagte: „Wenn sich herausstellt, dass niemand mehr lesen will, und Bücher nichts bringen, was die anderen Medien nicht ohnehin auch leisten können, dann muss das Lesen eben sterben.“ „Später revidierte sich die Schriftstellerin: ‚Ich hab überhaupt nicht darüber nachgedacht, was das Lesen zusätzlich leisten kann.’ Es dient nicht nur zur Unterhaltung, es erweitert das Wissen und vor allem stärkt es das Denken. In vielen Situationen bietet es Hilfe – nicht nur für Kinder“, sagte Auth. „Aber wie führt man Kinder ans Lesen heran? Mit Vorlesen, Vorlesen und nochmals Vorlesen. Und natürlich mit dem eigenen guten Beispiel“, betonte Auth. Er plädierte dafür, die Interessen und Vorlieben der Kinder ernst zu nehmen: „Irgendein Thema fasziniert jedes Kind. Genau das gilt es herauszufinden.“ Das sei auch aus den eingereichten Bewerbungsunterlagen ersichtlich.

Bewerbungsmappen der Buchhandlungen
Die Kollegen blättern in den einzelnen Einreichungen

„Werben Sie mit dem Gütesiegel an der Tür und mit der Urkunde! Beides weist Ihre Kompetenz und Ihr Engagement aus!“, forderte Auth auf. Abschließend verwies er auf den Schriftsteller Paul Maar, der meinte, das jeder Mensch ein Lese-Gen habe. „Und das muss aktiviert werden!“, sagte Auth.

Alexander Lorz

Der hessische Kultusminister Alexander Lorz bekräftigte: „Wer liest, dem erschließen sich Welten. Lesen ist das universelle Kulturwerkzeug.“ Leider sei diese Auffassung an den Schulen nicht mehr selbstverständlich, deshalb habe das Kultusministerium dazu eigene Programme und Weiterbildungen entwickelt. Etwa könne mit einem Computerprogramm die Lesefähigkeit der Kinder getestet und dann zielgerichtet gefördert werden.

Durch die Digitalisierung verändere sich die Welt. „Doch das geht nicht ohne Lesen. Vielleicht wird Lesen noch wichtiger. Ich kann und will mir eine Welt ohne Lesen nicht vorstellen. Piktogramme vermitteln keine Werte“, äußerte der Minister. Lesekompetenz könne die Schule nicht alleine vermitteln, dazu gehöre auch ein gutes Umfeld: Eltern und eben Buchhandlungen. „Die Lesepflicht an den Schulen kann auch eine immanente Motivationsbremse sein“, meinte Lorz. „Deshalb sind die Initiativen der Buchhändler so wichtig.“

Anschließend wurden die Urkunden den anwesenden Buchhändlern feierlich überreicht.

JF

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