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Das Sonntagsgespräch 28.02.2016 00:01

Christian Schniedermann über die App Papego, die einen Wechsel zwischen Buch und digitalem Lesen ermöglicht

Piper und Libri werden Launchpartner einer neuen App mit dem beziehungsgreichen Namen Papego, die einen Wechsel zwischen Buch und digitalem Lesen ermöglicht: Nach dem Herunterladen der kostenlosen App kann der Leser die zuletzt gelesene Seite seines Papego-fähigen Buchs scannen, danach erhält er einen Auszug von rund 25 Prozent des Buches, den er mobil weiterlesen kann.

Das hatten wir schon gemeldet - aber wofür ist das gedacht? Und warum sind vorerst nur Piper und Libri mit im Boot? Das war Anlass für Fragen an Piper-Geschäftsführer Christian Schniedermann, der einschlägige Erfahrung hat - er war bis Mitte 2015 Geschäftsführer der tolino-Allianz, deren Ökosystem auch das bruchlose Lesen auf unterschiedlichen Endgeräten ermöglicht.


BuchMarkt: Mich hat immer gewundert, warum ich „gezwungen“ werde, weniger für ein Buch zu bezahlen, wenn ich es auf meinem Weg zur Arbeit und auf kurzen Reisen auch auf meinem E-Reader lesen will.

Christian Schniedermann: Ja, genau das macht die neue App möglich. Ich kann mein Buch abends auf der Couch in der gedruckten Ausgabe lesen, und morgens, in der U-Bahn oder auf der Dienstreise, in großen Teilen mit Hilfe der App auch digital weiterlesen.

Das Sonntagsgespräch - Christian Schniedermann:"Ich möchte alle Verlage ermutigen, sich bald zu beteiligen"
Christian Schniedermann:
"Ich möchte alle Verlage ermutigen, sich bald zu beteiligen"


Aber nur 25 %...

Das wird für die meisten Kurzreisen reichen, aber natürlich kann man später erneut einen weiteren Teil scannen. Dafür benötigt man dann wieder das gedruckte Buch.

Ist die Idee vor dem Hintergrund Ihrer Tolino-Erfahrungen entstanden?

Nicht die Idee selbst, aber wahrscheinlich die Offenheit für einen solchen Versuch. Wir sind als Verlag stets auf der Ideensuche, um neben tollen Geschichten auch einen gewissen Zusatznutzen für die Kunden anzubieten. Wir machen uns schon immer Gedanken über die Ausstattung der gedruckten Bücher, und nun kommt eine digitale Variante hinzu. Sie stammt von einem unserer Autoren. Gleich in meiner ersten Woche bei Piper kam Autor Karl Olsberg, also Herr von Wendt, auf mich zu und stellte mir den Service vor. Wir haben das Konzept sofort verstanden und waren bereit, ihn zu unterstützen.

Was genau macht Piper bei Papego?

Piper ist der exklusive Launchpartner von Verlagsseite, und wir tun viel, um den Service im Handel und bei den Kunden bekannt zu machen. Wir machen mit Stickern auf den Büchern auf den Zusatzservice aufmerksam, und wir bieten unseren Handelspartnern natürlich Marketingmaterialien, bspw. legen wir Lesezeichen bei, auf denen der Service erklärt wird, oder drucken Plakate.

Schließen Sie andere Verlage bewusst aus?

Die Exklusivität ist auf wenige Monate begrenzt, und ich möchte alle Verlage ermutigen, sich bald zu beteiligen. Denn nur dann wird eine breite Bekanntheit und Akzeptanz für Papego möglich sein, und das hilft uns allen. Wir sind auch bereit, gemeinsam mit dem Anbieter Papego unsere Erfahrungen mit anderen Verlagen zu teilen.

Und wieso ist Libri mit im Boot?

Ich kann zwar nicht für Libri sprechen, aber ich vermute, dass Libri den Nutzen für seine Kunden im stationären Buchhandel sehr früh erkannt hat. Libri informiert und unterstützt seine Buchhandelskunden intensiv über Papego. Der Service beschränkt sich jedoch nicht auf eine einzelne Kundengruppe. Alle papego-fähigen Titel sind über jedweden Verkaufskanal mit der App nutzbar, und jeder Händler kann natürlich auf den Service hinweisen.

Das kommt jetzt alles überraschend schnell, die ersten Titel wird es schon ab 1.März geben?

Das ist doch der Charakter von solchen Projekten. Natürlich wird bei Papego schon sehr viel länger daran entwickelt, und auch wir sind seit dem Sommer 2015 involviert. Wir werden in den nächsten Monaten 65 Titel für Papego freischalten, die dann mit der Papego-App genutzt werden können.

Das Sonntagsgespräch - Die ersten Titel gibt es ab Dienstag im Handel
Die ersten Titel gibt es ab Dienstag im Handel


Gibt es schon Reaktionen aus dem Handel, zieht er mit?

Die ersten Rückmeldungen aus dem Handel sind wirklich toll. Angesichts meines digitalen Hintergrunds freue ich mich natürlich besonders, dass die vielen Vorurteile, die es über unsere Branche gibt, durch unsere Erfahrungen mit Papego widerlegt wurden. Wir haben wirklich viele Anfragen, von den großen Sortimentern über die Genossenschaften bis hin zu den einzelnen Buchhandlungen vor Ort. Sie alle haben den Charme dieser Lösung sofort erkannt und unterstützen das Projekt sehr breit.

Die Fragen stellte Christian von Zittwitz


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