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Aktionen 06.10.2014 09:46

2000 Autoren und Autorinnen unterstützen die Aktion „Fairer Buchmarkt“ / Harte Kritik an Amazons Flatrate

2000 deutschsprachige AutorInnen und 430 UnterstützerInnen aus Politik, Kreativwirtschaft und Leserschaft unterstützen die Initiative „Fairer Buchmarkt“, die in einem Offenen Brief schwere Kritik am erpresserischen Geschäftsgebaren des Online-Riesen Amazon gegenüber der Verlagsgruppe Bonnier/Hachette übt.

Ebenso steht die Initiative Amazons Flatrate kritisch gegenüber, die zur Frankfurt Buchmesse an den Start gehen soll. Zur Messe werden die unterstützenden AutorInnenenverbände der Initiative „Fairer Buchmarkt“ – die Krimiautorengruppe Syndikat, die PEN-Zentren Deutschland, Österreich und Schweiz, der Verband deutscher Schriftsteller VS, der Bundesverband junger AutorInnen BvjA, der Schweizer Verband AdS, die österreichische IG AutorInnen, Autoren und weitere – in einer einzigartigen Solidargeste Stellung zu Amazons Methoden und Manipulationen beziehen. Am Stand des BVjA können Leser ihre Ideen von einem fairen Buchmarkt einbringen und sich über die von Amazon verbannten Bonnier-Bücher informieren.


Die Initaitive „Fairer Buchmarkt“ wird international verbreitet und lädt auch europäische AutorInnen und ÜbersetzerInnenverbände ein, sich solidarisch gegenüber den AutorInnen zu zeigen, die von Amazon verbannt wurden.

Die Pläne Amazons zur Einführung einer Flatrate sieht die AutorInnengruppe das Syndikat höchst kritisch: „Eine niedrige Pauschalgebühr für eBooks scheint auf den ersten Blick verführerisch, doch in der Konsequenz ist es der Ausverkauf der Literatur“, so die Mit-Initiatorin der Initiative, die Bestsellerautorin Nina George. „Auf diese Weise wird die Buchpreisbindung unterlaufen. Die AutorInnen werden beleidigend niedrig für ihre Leistung honoriert. Literatur ist kein all-inclusive-Produkt. Ihre Herstellung und ihren Wert über eine Pauschale zu definieren zeigt, dass für Amazon Bücher nur eine beliebige Ware sind, und weder die AutorInnen noch die Inhalte zählen. Amazon ist an Profit interessiert, nicht an der Gestaltung eines langlebigen, lebendigen Buchmarkts. Wir lehnen Amazons Flatrate entschieden ab.“

Bei „Kindle Unlimited“ sollen LeserInnen für einen niedrigen monatlichen Pauschalbetrag eine unbegrenzte Zahl von eBooks ausleihen können. Geld fließe aber erst, wenn das Buch zu mindestens zehn Prozent gelesen wurde. In einem vergleichbaren Flatrate-Programm in den Niederlanden erhalten DebütautorInnen 1 Cent pro entliehenem Exemplar, Bestsellerautorinnen 17 Cent (zum Vergleich: im Taschenbuch erhält jeder Autor nach Auflage 58 Cent, im Hardcover 1,20 Euro, im verkauften eBooks bis zu 2 Euro). Das Konkurrenz-Abo-Modell Readfy weigert sich, Zahlen zur AutorInhonorierung anzugeben. Einem Bericht der Wirtschaftswoche zufolge beteiligen sich sehr wenige große Verlage an dem „Kindle-Unlimited“ Projekt.

Weitere Informationen: www.fairer-buchmarkt.de

Die Aktionen zur Buchmesse unter: www.fairer-buchmarkt.de/presse-media-book-fair/


Volltextsuche nach: Amazon Fairer Buchmarkt
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