Auszeichnungen 11.10.2012 13:00
Mo Yan erhält Literatur-Nobelpreis

Mo Yan
Foto: Unionsverlag
Eben wurde dem chinesischen Schriftsteller
Mo Yan (Foto - geb. 1955) der Nobelpreis für Literatur zuerkannt. Das teilte
Peter Englund, der Sekretär der Schwedischen Akademie, in der Alten Börse in Stockholm mit. Das Komitee in Stockholm begründete die Wahl damit, dass Yan "mit halluzinatorischem Realismus Märchen, Geschichte und Gegenwart vereint".
Mò Yán ist ein Pseudonym und heißt „der Sprachlose“; der wirkliche Name des Dichters ist
Guǎn Móyè.
Die Werke
Der Überdruss,
Die Knoblauchrevolte und
Die Schnapsstadt sind im Zürcher
Unionsverlag erschienen. Der literarische Durchbruch gelang Mo Yan 1987 mit der Veröffentlichung des Romans
Das rote Kornfeld (ebenfalls Unionsverlag). Weitere Werke sind auf Deutsch bei
Insel und
Horlemann erschienen.
Die Dotierung des Preises ist in diesem Jahr auf acht Millionen Schwedische Kronen (rund 930.000 Euro) gesenkt worden. Am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel, wird die wichtigste literarische Auszeichnung der Welt feierlich in Stockholm verliehen. - Mit der heutigen Wahl geht ein Wunsch des japanischen Literatur-Nobelpreisträgers von 1994
Kenzabure Oe in Erfüllung, der einmal sagte: "Wenn ich den Nobelpreis verleihen dürfte, ginge er an Mo Yan."
Die Preisverleihung dürfte, darauf weist
Wieland Freund in der
Welt hin, für Diskussionen sorgen: Der Preisträger gilt, obwohl er in seinem Werk teils heftige Kritik an den Zuständen in China übt, als staatsnah. Er ist einer der stellvertretenden Vorsitzenden des chinesischen Schriftstellerverbandes. Freund verweist darauf, dass der
Börsenverein die Stockholmer Wahl als Affront auffassen könnte: Der zeichnet am Sonntag den regimekritischen chinesischen Schriftsteller
Liao Yiwu mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels aus, einen Autor, der nach 1989 in chinesischen Gefängnissen gefoltert wurde und dem im vergangenen Jahr die Flucht nach Deutschland gelang.
Suhrkamp kündigt neue Werke auf Deutsch an und bei
Hanser erscheint im Frühjahr 2013 sein großer Roman
Wa (Frösche) in der Übersetzung von
Martina Hasse.
Die deutschspachigen Übersetzungen im Überblick:
Die Knoblauchrevolte Unionsverlag
Das rote Kornfeld Unionsverlag
Die Sandelholzstrafe Insel
Die Schnapsstadt Unionsverlag,
Rowohlt
Der Überdruss Unionsverlag,
Horlemann