Christoph Hein erhält den zehnten Uwe-Johnson-Preis für seinen 2011 erschienenen Roman Weiskerns Nachlaß (Suhrkamp). Das teilte die 5-köpfige Jury am 20.Juli nach Sichtung und Bewertung von über 50 Einreichungen mit. Hein wird die mit 12.500 Euro dotierte Auszeichnung am 21. September im Rahmen der Uwe-Johnson-Tage in Burg Stargard entgegen nehmen.
Die Entscheidung sei einstimmig gefallen, sagte Jury-Sprecher Prof. Carsten Gansel. Das Gremium weist auf die engen Bezüge Hein’scher Literatur zu Uwe Johnson hin: „Für Christoph Hein ist der Autor ein „Chronist seiner Zeit“ und „als Religionsstifter untauglich“. Genau diese Haltung ist die Grundlage für eine kritische Sicht auf Gesellschaft, wie sie Christoph Hein in "Weiskerns Nachlass" nun den Lesern als eine „Version von Wirklichkeit“ (Uwe Johnson) anbietet. Mit "Weiskerns Nachlass" registriert und antizipiert Christoph Hein reale wie mögliche Zustände und geht in seiner Analyse weit über bisherige literarische Gestaltungen hinaus. Das Beobachten, das Registrieren, das Aufzeichnen erfolgt dabei – für Christoph Hein und Uwe Johnson kennzeichnend – „ohne Hass und Eifer“, mithin „gelassen und unparteiisch“. Wie wenige Autoren in der deutschen Gegenwartsliteratur hält Hein mit seinem neuen Roman an einem gesellschaftskritischen Anspruch von Literatur fest.“