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Liebeserklärung

Eine Buchhändlerin lädt Kunden zum Rendesvouz der besonderen Art.
Sie begeistert Stammkunden, gewinnt neue Kunden und steigert ihren Umsatz auf wahrhaft liebenswürdige Weise.

Im BuchMarkt-Dezemberheft 2011, auf Seite 52 schildert unser Autor Helmut Benze, die erfolgreiche Verwirklichung einer Idee, die Cornelia W., Eigentümerin einer kleinen Buchhandlung in Norddeutschland, von einem Seckbacher Seminar
mitgenommen hat. Dass diese Idee bereits Jahrzehnte zuvor funktioniert hat und über mehrere Stationen Claudia W. begeisterte, spricht für ihren wohl zeitlosen Charme:

> Ein Buchmensch wirbt um eine Frau und schenkt ihr zum Geburtstag einen mehrbändigen Brockhaus. Die Widmung („Du machst mich sprachlos. So lasse ich dieses wortmächtige Werk für mich sprechen. Sachlich zwar. Aber in Liebe von A bis Z.“) erweist sich als wirkungsvolle Liebeserklärung. Die Umworbene ist noch heute die Frau dieses Buchmenschen.
> Der immer noch glücklich Verheiratete bringt diese schöne Wendung als eines der Beispiele, mittels derer er belegt, wie man mit ansprechenden Widmungen
nicht nur privat Geschenke zelebrieren kann, sondern darüber hinaus als Buchhändler Geschenk- und Widmungsideen präsentiert und damit erfolgreicher Geschenklotse wird
> Viele Teilnehmer seiner Verkaufsseminare übernehmen diese Idee und berichten über zum Teil anrührende Erfolgsgeschichten. Einer dieser Buchhändler arbeitet Jahrzehnte später selbst als Referent und vermittelt auf seinen Seminaren die Idee mit dem Doppelpack: Buch und Widmung zu allen Geschenkanlässen, vornehmlich zu Liebes- und Freundschaftsbekundungen.

> Claudia W. ist angetan und überzeugt. Sie und ihr Team wandeln die Idee um und kreieren damit einen Dauerbrenner:
„Gesucht: Liebeserklärungen wie sie im Buche stehen.“ / „Rendesvouz mit Büchern“.
Gemeinsam mit denjenigen,die bereit sind, ihre Geschenkgeschichte zu erzählen und das geschenkte Buch vorzustellen, inszeniert Claudia W. mehrere höchst unterhaltsame und was Kundenbegeisterung sowie Verkauf angeht, sehr erfolgreiche Abende „Rendesvouz mit Büchern.
> Von Anfang an denkt Claudia dabei strategisch. Sie will lokales Marketing vom Feinsten betreiben. Dafür sucht sie lokale Partner. Erste Wahl ist der Hochzeitsausstatter „Kleider machen Hochzeit“

"Kleider machen Hochzeit":
> Es gelingt Claudia W. sofort, die Geschäftsleitung dieser Firma vom besonderen Reiz einer Kooperation mit einer beliebten Buchhandlung zu überzeugen. Aus dem Kommentar der Geschäftsleitung: „Wir empfehlen kostbare Mode, die über den Hochzeitstag hinaus Freude und Reputation gewährleistet. Da können wir uns sehr gut neben dem Buch und mit einer allseits geschätzten Branche sehen lassen. Überdies ist Ihre Idee, hochwertige Produkte per Liebeserklärung und Widmungstipps zu verkaufen einfach prima...“
> Im Schaufenster von „Kleider machen Hochzeit“ wurde der im BM-Heft abgedruckte Aufruf der Buchhandlung durch festlich gekleidete Schaufensterpuppen präsentiert. Im Laden wurden Handzettel ausgelegt und oft auch Kunden in die Hand gedrückt. Im Verlaufe der Gemeinschaftsaktion wurde die Ladendekoration um Bücher erweitert: Prächtige Bildbände über Hochzeit, Feste, Wohnungs- und Hauseinrichtung, Weine, Speisen und andere Genüsse sowie besonders schön aufgemachte Kochbücher.
> Die Sitzecke, aus welcher heraus die künftigen Ehemänner die Anproben der Braut begleiteten, war unter anderem mit Leseexemplaren der Buchhandlung bestückt. Kunden, die besonderes Interesse an den Büchern zeigten, erhielten Handzettel mit Buchtipps für HochzeiterInnen und zwei sehr schön bestickte oder bemalte Lesebänder aus Brautschleier-Seide-Satin. Dieses von beiden Firmen kreierte Giveaway wurde auch allen Buchhandelskunden, die sich für „Kleider machen Hochzeit“ interessierten, geschenkt.
> In der Buchhandlung warben zwei von „Kleider machen Hochzeit“ zur Verfügung gestellte Schaufensterpuppen für die Aktion „Rendesvouz mit Büchern“ und für „Kleider machen Hochzeit“ Überdies putzte Claudia W. einen Tisch als Dauer-Thementisch heraus: „Bücher und Kleider machen Leute – Kleider und Bücher machen Feste“
> Beide Firmen konnten Kundenbegegnungen und Verkaufserfolge registrieren, die eindeutig diesen gegenseitigen Hinweisen zu verdanken waren.
> Der führende Juwelier der Stadt hatte die Verbundaktion bereits als Chance auch für sein Geschäft gewittert, ehe Claudia W. seinen Laden betrat, um die Kooperation zu erweitern. Doch dieses ist eine andere Geschichte. Sie wurde unter „Kopfschmuck“ zu einem Erfolg für alle Beteiligten. Und gar Kult, als die für Jugendbücher zuständige Mitarbeiterin von Claudia W. eine Sonderaktion für junge Leute in Szene setzte: „Bücher, Colliers für die Birne!“

Rendevouz mit Büchern:
> Ein Beispiel: Unter denjenigen, die ihre Liebeserklärung und das Buchgeschenk vorstellen wollten, war auch ein Paar, das aus gemeinsamen Leid gemeinsames Lieben geschmiedet hat. Beide – nennen wir sie Ulrike und Stefan - sind schwer behindert. Beide sind auf Rollstühle angewiesen. Sie haben sich bei einer Reha-Maßnahme kennen gelernt. Beide verbindet außer dem Schicksal der Behinderung Leselust und Freude an eigenen Büchern. Darüber sprechen sie oft und kommen sich näher. Zaghaft.
> Kurz vor Abschluss der Reha-Maßnahme möchte sich Stefan Gewissheit verschaffen und die Zuneigung ausloten. Unter den vielen Interessen Ulrikes ist ihre Neugier auf andere Länder und Kulturen besonders ausgeprägt. Stefan schenkt ihr einen Weltatlas. Die Widmung: „Dir möchte ich die Welt zu Füßen legen. Lesend könnten wir sie gemeinsam erkunden. Wann treffen wir uns zur ersten Lesereise?“
> Ulrike und Stefan sind ein Paar, und sie haben sich durch Bücher mehr Welt erobert als mancher, der ohne Einschränkung herumreisen kann.
> Nachdem die Beiden ihre Geschichte erzählt und den Atlas (Der Grosse wissen.de Weltatlas) vorgestellt haben, stieg der Atlasverkauf von 2 bis 3 Exemplaren pro Jahr auf 6 bis 8 in den beiden Jahren nach dem „Rendevouz“.