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Populäre Branchenirrtümer

Es hat für die deutsche Sprache immer nur einen einheitlichen Duden gegeben

Richtig: Es war eine der Folgen der Teilung Deutschlands, dass es für einige Jahre zu zwei nebeneinander erscheinenden unterschiedlichen Duden-Ausgaben [mehr...] kam.

Der Duden ist kein amtliches Werk, aber eines, das die amtlichen Regeln wiedergibt, siehe Populäre Branchenirrtümer Juli 2011. Er war in der 11. Auflage von 1934 und in der 12. von 1941 deutlich von dem geprägt, was Victor Klemperer „LTI - Die unbewältigte Sprache“ genannt hat.

Das Bibliographische Institut Leipzig, Originalverlag des Dudens von der ersten Auflage an, brachte 1947 die von der Sprache des Dritten Reiches gereinigte 13. Auflage heraus. In Westdeutschland, Österreich und der Schweiz erschienen Lizenzausgaben. Alle vier Ausgaben fanden reißenden Absatz, und in Leipzig erschien 1949 ein verbesserter Nachdruck.

„Bald zeigte sich jedoch, dass eine gründliche Neubearbeitung auf die Dauer unumgänglich war. Um in der Zwischenzeit den dringenden Bedarf nach dem Duden einigermaßen abdecken zu können, gab das Bibliographische Institut Leipzig 1951 eine recht gelungene kleinere Ausgabe des Dudens als 14. Auflage heraus“ (Wolfgang Ulrich Wurzel: Konrad Duden – Leben und Werk. Mannheim: Dudenverlag 1998).

1946 bereits war das BI am Stammsitz in Leipzig enteignet worden. Die bisherigen Eigentümer starteten den Verlag in Westdeutschland zunächst in Wiesbaden, später in Mannheim mit einer zweiten Duden-Redaktion neu. Auch in Mannheim erschien – im Jahre 1954 – eine 14. Auflage. „Von dieser Zeit an existierten bis zum Ende der Achtzigerjahre zwei verschiedene Duden in Deutschland“ ( Wurzel, a.a.O.). In Leipzig kam eine 15. Auflage 1957 heraus. Damit war die Parallelität besiegelt. „Der letzte Ostduden kam 1985 als 18. Auflage, der letzte Westduden 1989 als 19. Auflage heraus.“ Die 14. bis 18. Auflage existieren also doppelt, die 19. nur in der „alten“ Bundesrepublik. Bereits 1991 erschien die 20., gemeinsam von den Redaktionen in Leipzig und Mannheim erarbeitete Auflage als „Einheitsduden“. Mit der deutschen Teilung war damit auch die Epoche der zwei verschiedenen Duden-Ausgaben beendet.