Anfang September ließen Thalia und Libri mit Preisoffensiven am Lesegerätemarkt aufhorchen. Doch noch bevor die neuen reader für E-Books pünktlich zur Buchmesse vorgestellt werden und dem Endkunden angeboten werden, kommen nun aus Indien Meldungen zu einem Super-Billig-Tablett, die aufhorchen lassen.
Umgerechnet lediglich 26 (in Worten: sechsundzwanzig) Euro soll das Gerät kosten, dessen Produktion das indische Bildungsministerium nun beauftragt hat. Ein Preis, bei dem man von Apple noch nicht einmal irgendwelches Zubehör bekommt. Natürlich stimmen solche Nachrichten auch skeptisch: sind nicht allein die Bauteile schon teurer, die man benötigt wird etwa in Blogs diskutiert. Auch erinnert diese Geschichte ein wenig an die Initiative „One Laptop per Child“, mit der möglichst jedem Kind in der dritten Welt ein eigener PC zu einem Preis von maximal 100 Dollar gegeben werden sollte (bis heute kosten die Geräte mindestens 200 US-Dollar).
Dennoch: sowohl die Schritte von Thalia und Libri, als auch die jetzigen Meldungen aus Indien zeigen: die Preise für Lesegeräte werden nocheinmal deutlich sinken, und wohl bald auch hierzulande zu Angeboten unter der 100 Euro-Grenze führen (wobei das die hochpreisige Konkurrenz nicht schrecken muss, sondern eher eine Marktausweitung ist, wie der Blick auf den iPod und die preiswertere mp3-Player-Konkurrenz zeigt).
Was für die Buchbranche hieran wichtig ist: die Verbreitung von Lesegeräten wird sich vermutlich noch sehr viel schneller steigern, als bisher angenommen und aus dem Nischenprodukt E-Book so wohl rasch ein Massenphänomen werden.