Aus Amerika erreicht uns gestern eine interessante Nachricht. Die New York Times www.nytimes.com/2010/02/22/business/media/22textbook.html?partner=rss berichtet über ein Projekt von Macmillan, das es Professoren künftig ermöglichen soll, Lehrbücher individuell auf ihre Vorlesungen und Seminare anzupassen. Das ist für die angelsächsische Welt nicht ganz so revolutionär, wie es zunächst klingt: schon seit Jahren gibt es zahlreiche Lehrbuch-Verlage, die anbieten, gedruckte Lehrbücher nach individuellen Wünschen einzelner Professoren zusammenzustellen. Bisher konnten Kapitel ausgetauscht oder anders gruppiert und gegebenenfalls zusätzlicher Inhalt hinzugefügt werden.
Macmillan geht nun mit der "DynamicBooks" genannten Software jedoch drei Schritte weiter: die Software erlaubt es, digitale Ausgaben der Bücher zu ändern – und zwar bis zur Ebene einzelner Absätze und Sätze –, ohne den Verlag oder den Autor zu konsultieren. Studenten werden die von ihren Professoren individuell auf die Bedürfnisse ihrer jeweiligen Kurse angepassten Ausgaben bei dynamicbooks.com dynamicbooks.com/ zu Preisen erwerben können, die bei etwa einem Drittel der Preise für die gedruckten Werke liegen. Macmillan geht davon aus, dass diese individualisierten e-book-Ausgaben einen Teil des Marktes der Gebrauchtbücher ersetzen wird.
Natürlich wird man diese neuen e-books auf dem Laptop ebenso lesen können, wie auf dem iphone oder dem ipad. Während noch unklar ist, ob andere Lehrbuchverlage in der angelsächsischen Welt oder auch international dem Beispiel Macmillans folgen werden, wirft dieses Projekt doch von Beginn an interessante Fragen des copyrights auf. Und natürlich nur als Gedankenspiel könnte man sich auch überlegen, ob es nicht manchmal ganz schön wäre, auch in Romanen oder Krimis das eine oder andere nach individuellen Wünschen zu ändern. – Rein technisch wäre es künftig wohl möglich, den Mörder davonkommen oder das Paar doch nicht heiraten zu lassen.