++ Umgeblättert ++ 23.02.2010 09:29
Bücher und Autoren heute in den Feuilletons - und verschiedene neue Blicke auf Hitler
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Frankfurter Rundschau
Olivier Ka ist als Junge von einem Priester sexuell missbraucht worden. Eigentlich wollte er das in einem Roman verarbeiten, geworden ist es ein Comic mit Zeichnungen von
Alfred:
Warum ich Pater Pierre getötet habe,
Carlsen.
Pardon-Gründer
Johannes Nikel wird heute 80 Jahre alt.
Arno Widmann hat ihn besucht.
Die Quellenlage zu Eva Braun ist schlecht, weshalb
Angela Gutzeit mit einer gewissen Zurückhaltung
Heike B. Görtemakers
Eva Braun. Leben mit Hitler C. H. Beck begegnet. Eva Braun bleibe blass, Hitler erscheine aber ein einem intensiveren Licht.
„Zehnmal besser geschrieben“ als Schätzing seien
Carol O‘Connells Krimis.
Such mich!, jetzt bei
btb.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Durs Grünbein nimmt
Helene Hegemann in Schutz. Er scheint sich über das Wort „Plagiat“ zu ärgern.
Moritz Rinke hat eine „autobiographisch gefärbte Familiensaga“ geschrieben. In
Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel (
Kiepenheuer & Witsch) nähert er sich der braunen Vergangenheit seiner Worpsweder Heimat an. „Rinkes Worpsweder Horizontalbohrung geht eher fröhlich in die Breite als in die Tiefe und nie unter die Haut“, so das Fazit
Martin Halters.
„Faszinierend, aber auch zwiespältig“ ist die Lektüre der Autobiographie von
George Grosz,
Ein kleines Ja und ein großes Nein. Sein Leben von ihm selbst erzählt (
Schöffling für
Konstanze Crüwell. Der Karikaturist und Künstler zählt wohl zu den schillerndsten Figuren der Weimarer Republik.
Neue Sachbücher
Peter Geschiere:
The Perils of Belonging. Autochthony, Citizenship, and Exclusion in Africa and Europe,
Chicago University Press
Kritik in Kürze
Bernd Fritz:
Die klassische Anmache,
Kein & Aber
Charles Lewinsky:
Doppelpass,
Nagel und Kimche
Süddeutsche Zeitung
"Schwerkraft und Leichtsinn": Zum 400. Todestag hat auch der Vatikan die Meisterwerke Caravaggios entdeckt. Das Buch dazu kommt von
Valeska von Rosen unter dem Titel
Caravaggio und die Grenzen des Darstellbaren,
Akademie Verlag.
"Koloss von Russland, der Nacht verzogenes Kind": Gemeint ist Fürst Potemkin, über den von
Simon Sebag Montfiore die Biografie
Katharina die Große und Fürst Potemkin. Eine kaiserliche Affäre bei
Fischer erschienen ist.
"Die Enzyklopädie der ganzen Welt" im Spiegel der Dramen des menschlichen Alltags hat
Michael Köhlmeier unter
Mitten auf der Straße aufgeschrieben (
Deuticke).
"Pirouetten des Rückblicks": Im erzählerischen Werk der
Leonora Carrington bilden Spott auf die steifleinerne Welt ihrer Herkunft, Mythisches und Surreales eine leichtfüßige Einheit, bemerkt
Hans Peter Kunisch über das Buch
Die Windsbraut - Bizarre Geschichten, die in der
Edition Nautilus erschienen sind.
Nichts anderes als "Mogelpackung Menschlichkeit" sei der "Humanismus", meint
John Grey, der in seinem Buch
Von Menschen und anderen Tieren (
Klett-Cotta), der das Tier in sich entdeckt haben will. Grey hämmere darin aber allzu grobe Keile auf grobe Klötze, so Rezensent
Thomas Meyer.
Die Welt
Die österreichische Kunsthistorikerin
Birgit Schwarz interpretiert Hitlers Hinwendung zur Politik nach seinen erfolglosen Versuchen in der Kunst nicht als Bruch, sondern als Fortsetzung. Hitler sei vom Geniekult des 19. Jahrhunderts durchdrungen gewesen und empfand sich ebenfalls als solches. Schwarz versucht diese Haltung u. a. anhand der privaten Bildersammlung Hitlers zu belegen, die sie erstmals rekonstruiert hat.
Geniewahn: Hitler und die Kunst,
Böhlau.