Branche 18.02.2010 13:18
Land Hessen kürzt Mittel für Romanfabrik Frankfurt um fast die Hälfte

Michael Hohmann, Ulla Büker
Zu einer eiligen Pressekonferenz hatte
Michael Hohmann, Leiter der
Frankfurter Romanfabrik, heute Vormittag eingeladen. Thema: Ein Brief aus dem
Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.
Darin heißt es, „dass die Romanfabrik e. V. im gesamten Jahr 2010 nur bis zu einer Höhe von 10.000 Euro im Rahmen der Projektförderung durch das Land Hessen gefördert werden kann.“ „Wir hatten am 23. Dezember 19.000 Euro beantragt, die gleiche Summe wie für 2009, und sind in unseren Planungen auch von dieser Summe ausgegangen“, beschreibt Michael Hohmann.
Der Brief mit der Ankündigung der Kürzung der Mittel um fast die Hälfte, der am vergangenen Samstag ins Haus flatterte, ist ein Schock für das Team. „Das hat uns kalt erwischt“, gesteht
Ulla Büker, verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit. „Wir haben im vergangenen Jahr 98 Veranstaltungen, darunter 50 literarische, durchgeführt. Unsere Arbeit verdient keine Kürzung“, erklärt Michael Hohmann und begründet das: 54 Prozent der benötigten Gelder werden durch Eigenfinanzierung erwirtschaftet.
30 Veranstaltungen wurden durch die Landesprojektförderung möglich, eine Zahl, die – sollte die Mittelkurzung aufrecht erhalten werden – im laufenden Jahr, das übrigens schon geplant ist, nicht gewährleistet werden kann.
Hessen ist das am zweitschlechtesten mit Literaturfördermitteln ausgestattete Flächenland, das hat leider Tradition. Folgen nun noch weitere Einschnitte?
Die Stadt Frankfurt dagegen wird die Romanfabrik mit 90.000 Euro im Jahr 2010 unterstützen, der Haushalt ist allerdings noch nicht verabschiedet. Das Kulturamt sagt weitere verbale Hilfe zu, um die Landesregierung zum Überdenken ihrer Pläne zu veranlassen.
Keiner kann sich erklären, warum die Mittel gekürzt werden. Möchte die Ministerin
Eva Kühne-Hörmann andere Akzente setzen? „Aber man kann Häuser nicht aufbauen, indem man dafür Steine aus bestehenden Gebäuden herausnimmt“, sinniert Michael Hohmann.
Ein Brief an die Ministerin ist bereits unterwegs. Vielleicht kann außerdem ein Gespräch in Wiesbaden zur Klärung beitragen. Michael Hohmann und sein Team jedenfalls werden alles versuchen, um diese vorgesehene Kürzung der Förderung durch das Land Hessen aufzuhalten – gerade im 25. Jahr des Bestehens der Romanfabrik, die sich in der Stadt Frankfurt und darüber hinaus schon lange einen guten Ruf erarbeitet hat.
JF