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STERNstunden

Im rechten Augenblick das Richtige sagen ...wenn eine Mutter für Ihren Sohn die Kastanien aus dem Feuer holt

In der zehnten Folge seiner Serie STERNstunden, Heft 12, Seite 58 hat unser Autor Helmut Benze berichtet, wie eine Mutter, Miteigentümerin einer Buchhandlung, ihrem Sohn beigesprungen ist, um ihn vor den Folgen seiner total verbockten Ansprache zu bewahren.

Die Eltern hatten den einzigen Sohn als Nachfolger aufgebaut. Er hatte sich jedoch überraschenderweise zwei Jahre lang nicht dazu entschließen können, zum geplanten Zeitpunkt die Geschäftsleitung zu übernehmen. Daraufhin hatte sich die Mutter beraten und coachen lassen, um die Leitung bis auf weiteres allein bewerkstelligen zu können. Bis dahin waren alle Cheffunktionen vom Ehemann nicht nur ausgeübt sondern auch strikt beansprucht worden.

Ziel der Mutter war es nicht allein, Ehemann und Sohn den Rücken zu stärken, sondern auch einen Führungsstil zu verwirklichen, der die Balance wahrte zwischen der patriarchalisch autoritären, gelegentlich altbackenen Art des Ehemannes und einer zeitgemäß kooperativen Teamführung. Die Absprache des Sohnes mit dem Vater und die darauf gründende Rede vor dem Team stand in krassem Widerspruch zum Kommunikationsstil der Mutter, zu den Leistungen und den berechtigten Erwartungen des Teams. Zwei Einfälle brachten die Mutter auf die Idee mit den Kastanien.

Ihr Coach hatte ihr mit einer seiner Beispielgeschichten beschrieben, wie eine Vertriebsleiterin eine vom Verlagsvorstand in den Graben gesteuerte Außendienst- Konferenz mit einer kurzen Ansprache gerettet hatte, in der entdornte Rosen und Kastanien mehr sagten und bewirkten als tausend Worte. Einige Tage vor der Buchhandelsklausur hatte die in der Kirchenarbeit engagierte Mutter Kastanien für die KiTa der Gemeinde gesammelt. Da das Coaching u. a. auch einen Kompaktkurs in angewandter Kreativität umfasst hatte, war die Mutter bestens trainiert, aus dem Stand heraus gute Ideen zu kombinieren.

Aus den etwa zwei Dutzend Büchern der persönlichen Führungs-Handbibliothek hebt die Mutter fünf Schlüssel- und Lieblingsbücher hervor. Zwei zum Thema Führung, drei zum Thema Kreativität:

> Margot Morell / Stephanie Capparell: Shackletons Führungskunst Was Manager von dem großen Polarforscher lernen können, Eichborn; ISBN 3-8218-3913-9
„Als ich mich mit meinem Mann in der Arbeit der Buchhandlung zu arrangieren sowie seine Vorzugsstellung als Erbe und Mann zu akzeptieren hatte, waren mir keine männlichen Vorbilder für Führungsstärke bekannt, von denen Frauen hätten lernen können. Oder dürfen. An Vorbildern weiblicher Führung mangelte es nahezu völlig.

Um so mehr hat mich das Buch zweier Frauen über die Führungskunst Shackletons angesprochen, überzeugt und begeistert.

Die beiden Autorinnen liefern den Beweis, dass sich Führungsstärke nicht zwangsläufig aus männlicher Dominanz speist. Shackleton war nicht macht- sondern vielmehr werteorientiert. Er hat Werte und Sichtweisen seiner Familie übernommen. Vor allem den mensch- und emotionsbezogenen Kommunikations- und Erziehungsstil der Frauen seiner Familie. Erziehung hat er als Führung erlebt, die Aufgaben löst sowie Probleme oder Krisen bewältigt. Stets in Achtsamkeit vor den beteiligten und betroffenen Personen. Er ist daran gewachsen, dass Frauen ihn vertraut damit gemacht haben, Stärken nicht gegen sondern gemeinsam mit anderen zu entfalten und sich weder der Niederlagen noch persönlicher Schwächen zu schämen.

Auch Kooperation unter Verzicht auf Selbstdarstellung und die Kraft zuversichtlicher Grundhaltung haben ihn eher Frauen als Männer gelehrt. So hat er mit ausgeprägter Einfühlfähigkeit ein Männerteam zusammengehalten und vor dem Untergang im Polarwinter bewahrt. Er hat sich mit jedem seiner Männer beschäftigt, hat jedem seine persönlichen Potenziale bewusst gemacht und sie gefördert. Wie ein Mutter-Vater-Wesen hat er seine – nach der Zerbersten des Schiffes - dem Tode nahe Crew durch sein Beispiel behütet, beflügelt und gefordert. Dabei schützte er die Schwächeren und brachte die Starken dazu, für das Team einzustehen. Er hörte zu und vermittelte allein dadurch Geborgenheit. In Eiseskälte, unter Schneestürmen und monatelanger Ungewissheit, ob sie jemals gerettet würden.

Wenn mich ein Buch ermutigt hat, demonstrative Unterscheidung von Ehemann und Sohn zu vermeiden, sondern vielmehr das Team mit eigenständigem Führungsstil durch eine schwierige Zeit zu geleiten, dann dieses inspirierende Werk!“

> Maja Härri / Iris Schwarz / Manfred Schwarz: Der ExpressoCoach für Führungskräfte 111 Coaching-Karten für die Führungspraxis, Eichborn; ISBN 978-3-8218-5885-2 Taschenbuchausgabe bei Rowohlt
„Ist „Shackletons Führungskunst“ für mich Kompass und der ideale Mutmacher als Frau zu führen, so ist dieses geniale Werk ein einzigartiges Universalwerkzeug für die praktische Führungsarbeit. Zu allen Themenfeldern der Menschenführung haben die Autoren auf handliche, schön gestaltete Karten Grundlageninformationen, Tipps, Beispiele und Anregungen. Lesehinweise sowie persönliche Ratschläge komprimiert. Bei aller Konzentration angenehm lesbar.

Auch bei komplizierten Sachverhalten ohne weiteres nachvollziehbar. Wer wissen (oder als erfahrene Chefin überprüfen) will, wie Führung Tag für Tag zu bewältigen ist, hat mit dem ExpressoCoach alles vor Augen und im Griff. So u. a. die Führungsfelder Unternehmen und Organisationen managen, Mitarbeiter führen, Ideen und Innovationen auf den Weg bringen, effizient arbeiten, Krisen, Konflikte und Probleme meistern, sicher und überzeugend auftreten oder zielgerichtet kommunizieren.

Wenn ich jemandem, der sich nur ein Buch über Führung gönnen will, ein Werk empfehlen sollte (und sehr oft empfohlen habe) dann diesen schnellen, inhaltsreichen, in der Praxis bewährten Zugriff auf umfassendes Führungswissen. Aber auch denjenigen, die sich – wie ich – einige Dutzend Führungsbücher gönnen, rate ich vorbehaltlos zum ExpressoCoach!“

> Eric Carle: Papa, bitte hol für mich den Mond vom Himmel Ein himmlisches Spielbilderbuch, Gerstenberg Verlag; ISBN 3-8067-4220-0
„Dieses wahrlich ebenso himmlische wie erdende Bilderbuch lehrt auf märchenhaft-realistische Weise, dass Kreativität eine Haltung, eine Lebenseinstellung ist, die sich jede, jeder zu eigen machen kann. Und sollte! Eric Carle hat mich auf Anhieb davon überzeugt, dass ich viele Aufgaben lösen und selbst unlösbare Probleme besser ertragen kann, wenn ich mir vier himmlisch einfache Grundsätze zu eigen mache und sie im Alltag anwende:

Keine Aufgabe, wirke sie noch so schwierig, schlägt mich in die Flucht. Viele Probleme sind bewältigbar, wenn ich sie aus verschiedenen, ungewöhnlichen Blickwinkeln betrachte und angehe. Ziele sind dann besser zu erreichen, wenn ich die Alltagsformate, die oft gedankenlos übernommenen Routinen sprenge.

Ich muss selten das Rad neu erfinden, um eine kreative Lösung für ein Problem zu entwickeln. Sehr oft führen Kombinationen von Vorhandenem und außergewöhnliche Inszenierungen der Lösung zum Erfolg (Z. B.: Kastanien, Tablett, edles Seidentuch und die Redewendung „Die Kastanien aus dem Feuer holen.“)

> Brigitte Schär / Jacky Gleich: Das geht doch nicht! Hanser; ISBN 3-446-18297-7
„Natürlich hätte mich Carle´s Buch noch stärker in den Bann geschlagen, hätte es geheißen „Mama, bitte hol für mich den Mond vom Himmel“ Aber sei´s drum. Das hinreißend zum Bergeversetzen motivierende Buch Das geht doch nicht! macht manche Benachteiligung von Mädchen und Frauen wett. Denn es ist ein Mädchen, das keinen Namen trägt und damit wohl für starke Weiber schlechthin steht, dem es gelingt, die zunächst total irritierte und genervte Familie vom gemütlichen Haus, ja vom geschmückten Weihnachtsbaum weg aufs selbst gebaute Schiff zu locken.

Ein Mädchen macht aus ängstlichen Spießern abenteuerbereite Seefahrer! Seit ich dieses Buch gelesen habe, sage ich nie mehr „Das geht doch nicht!“ Und ich bin immer wieder beglückt, wenn mir Kunden, denen ich es als extra starkes Mutmachbuch für Jedermensch empfohlen habe, ihren Sinneswandel in Richtung Mut und Zuversicht bestätigen.“

> Jiri Scherer: Kreativitätstechniken In 10 Schritten Ideen finden, bewerten, umsetzen, GABAL; ISBN 978-3-89749-736-8
„Durch diese Bilderbücher angeregt, wollte ich noch mehr Ideenfindungs-Techniken kennen lernen sowie erfahren, wie ich Ideen auswähle, bewerte und kontrolliert umsetze. Es ging mir auch darum, die Achtung des Teams zu erwerben.

Wer fit in Sachen Innovation ist, Mitarbeitern professionell definierte Freiräume geben und sie anleiten kann, weckt Gefolgsbereitschaft und Eigeninitiative. Das Buch von Scherer ist für mich der absolute Volltreffer. Der Autor hat das Kunststück fertig gebracht, aus der Fülle von Techniken und Bewertungsmethoden auf nur 130 Seiten eine optimale Auswahl in bestechender Klarheit des Textes sowie der anregenden Illustrationen darzubieten. Zu den vielen Vorzügen des Buches zählt auch die Anleitung zu Teamarbeit und Strukturierung betrieblicher Innovationsprozesse.

Selbst mein Mann, der seine Ideen aus dem Bauch heraus entwickelte und dem Team vorgab, sie zu realisieren, war beeindruckt und regte mich an, jedem Mitarbeiter ein Exemplar zu schenken. Inzwischen sind wir ein Team das permanente Steigerung der Innovationsfähigkeit im lokalen Wettbewerb verinnerlicht hat. Nicht zuletzt dank des exzellenten Kreativ-Power-Buches von Jiri Scherer.“