In der neunten Folge seiner Serie STERNstunden, Heft 11, Seite 65 berichtet unser Autor Helmut Benze über eine ebenso schnelle wie großartige Reaktion einer ersten Sortimenterin, die eine streittüchtige und gestresste Eigentümerfamilie davor bewahrte, sich zu blamieren und ein Jubliäumsfest grandios-kläglich scheitern zu lassen.
Die Leistung in jenen Minuten während des verfrühten Eintreffens der Gäste ist um so höher zu schätzen, wenn man einen Blick auf den beruflichen Werdegang
der ersten Sortimenterin wirft: Sie hatte beim Gründer der Buchhandlung gelernt. Er betrachtete sie wie auch seine Lieblingsenkelin (die heutige Chefin) als „seine Geschöpfe“. Den Enkel und zweiten Juniorchef schätzte er nicht. Der störe nur die Entfaltung der Schwester, sei zu wenig literarisch gebildet und folglich nicht geeignet, die anspruchsvolle Stammkundschaft zu beraten.
Dass der Enkel als Betriebswirt, EDV-Spezialist und IT-Kenner sehr wesentliche Beiträge zu Erfolg und Ansehen der Buchhandlung beigesteuert hat und auch in der Doppelspitze mit seiner Schwester eine tragende Rolle spielt, wird sowohl vom Großvater als auch von den Eltern zu gering geschätzt. Bei Konflikten zwischen den Geschwistern, stehen die Alten stets der Tochter bei.
Während sich die erste Sortimenterin um Gerechtigkeit und Ausgleich bemüht.
Ihrer Beständigkeit in den zahlreichen Familienturbulenzen und ihrer Loyalität verdankt sie großes Vertrauen und hohen Respekt aller Familienmitglieder.
Das mag erklären, dass die Familie sofort einlenkte, als die erste Sortimenterin die Streitenden lauthals in die Gastgeberpflicht nahm.
Unter den gut vier Dutzend Büchern ihrer Handbibliothek zählt sie vier Bücher zu den wichtigsten und in mehrfacher Hinsicht produktivsten:
> Ferdinand Buer / Christoph Schmidt-Lellek: Life-Coaching Über Sinn, Glück und Verantwortung in der Arbeit, Vandenhoeck & Ruprecht, ISBN 9783-525-40300-6
„Mir wären manche Belastung, einige Fehler und manche Zweifel an meiner Rolle im Familienunternehmen erspart geblieben, wäre mir dieses Werk früher in die Hände gefallen. Nun ist es mein Leitfaden in nahezu allen Fragen beruflicher und privater Lebensführung. Führung im Wortsinne gemeint. Wer sich trotz bester Ausbildung und guter persönlicher Voraussetzungen oft überfordert, ja ausgebrannt fühlt, kann mit Hilfe dieses Wegweisers wieder auf den richtigen inneren und äußeren Kurs kommen.
Bereits der erste Teil über die Lage professioneller Beziehungsarbeiter hat mich in meiner längst geübten Rolle als Beziehungsarbeiterin zwischen den Eigentümer-Generationen und derzeitigen Chefs bestärkt, ja, weitgehend bestätigt. Die Abschnitte “Arbeit und Leben stilvoll gestalten. Anleitung zur Lebenskunst“ und „Kreative Lebensgestaltung. Ein psychodramatisch-soziometrisches Coaching-Verfahren“ lese ich immer mal wieder unter dem Blickwinkel des Selbst-Coachings. Kurz, für mich ist dieses Buch ein großes Vademekum zu mehr Leistungsfreude und höherer Lebenskunst.
Die Pointe: Dieses Buch richtet sich gar nicht an Leute wie mich.
Professionelle Berater, Trainer und Supervisoren sind die Adressaten. ie Autoren liefern ein gutes Beispiel dafür, dass exzellente, sehr gut geschriebene Bücher auch Laien und Führungskräften sehr helfen, die sich z. B. durch besondere Umstände eines Familienunternehmens zum Chefcoaching aufgerufen fühlen.“
> Gerhard Dammann: Narzissten, Egomanen, Psychopaten in der Führungsetage
Fallbeispiele und Lösungswege für ein wirksames Management, Haupt Verlag,
ISBN 978-3-258-07226-5
„Das Buch habe ich oft verkauft und damit Menschen geholfen, sich in den Geisterbahnen ihrer Unternehmen nicht krank zu gruseln. Dieses bei aller gespenstisch realistischen Beschreibung schrillen Führungsverhaltens aufbauende Buch hilft – wenn schon nicht den Egomanen auf Chefsesseln – den Betroffenen vor den Thronen oft wirklich psychopatischer Führungstypen. Mir hat es Abstand zur gelegentlichen Führungsmisere in der familiengeführten Buchhandlung verschafft. Konnte ich doch feststellen, dass mir und dem Team viel schlimmere Auswüchse narzisstisch-egomanischen Chefgehabes erspart geblieben sind. Dammann hat mich außerdem davor bewahrt, mich in Kraft und Zuversicht raubender Politikerschelte zu verschleissen. Wir haben – oft mangels besserer Auswahl – manchen Leuten unsere Stimme gegeben, die eigentlich erst mal eine Therapie erfolgreich hätten absolvieren müssen, ehe sie unser Schicksal verwalten. Sich darüber nun auch noch von einer Legislaturperiode zur nächsten zu grämen, bringt nichts. Das habe ich endlich dank Dammann begriffen.“
> Robert Paulmann: double loop Basiswissen Corporate Identity Verlag, Hermann Schmidt, Mainz ISBN 3-87439-660-6
„Dieses ebenso nützliche wie als Augen- und Sinnenvergnügen angelegte Buch hat mir und meiner Chefin sehr viele Anregungen vermittelt. Meiner Chefin, die ausgeprägt bis einseitig belletristisch interessiert ist, hat Paulmann regelrechte Aha- und Schlüsselerlebnisse beschert. Sie konnte vor Lektüre dieses Buches wenig mit dem Begriff Corporate Identity anfangen. Von Großvater und Eltern hatte sie übernommen „Die Firma sind wir. Die Familie ist die Marke!“ Nach Lektüre von Paulmann weiß sie nun, was Wahrnehmung (auch Selbstwahrnehmung einer Eigentümerfamilie!) für die Identitätsentwicklung bedeutet, dass Unternehmen auch mit dem kommunizieren und wirken, was sie nicht tun, dass sich Identitäten ändern, und dass dieser Prozess gesteuert werden kann. Muss.
Paulmanns zehn Minimal-Regeln eines CI-Prozesses hält sich die Chefin als Kopie unter der Schreibtischunterlage präsent. Sie ist dabei, ihren Bruder ins CI-Boot zu holen. Die Geschwister haben mich zur CI-Beauftragten ernannt (und damit Regel 9 befolgt). Wenn das keine praktischen Erfolge sind. Zu verdanken einem inhaltlich überzeugenden, höchst verlockend und anregend gestalteten Buch.“
> Jörg Knoblauch / Jürgen Frey / Rolf Kummer / Lars Stängle: 30 Minuten für eine bessere Unternehmensfitness Mit Unternehmens-Test, Gabal,
ISBN 3-89749-281-4
„Kaum zu glauben, wie leicht eine auf Belletristik und Kunst eingeschworene Chefin für Bücher zu gewinnen ist, die halten, was der Titel verspricht: Nach wirklich nur 30minütiger Lektüre wusste meine Chefin, welche entscheidenden Führungskompetenzen sie bei sich (und ihrem Bruder) prüfen und verbessern sollte; welche Methoden sich bewährt haben, ein kleines Team in Phasen heftiger Mehrbelastung (z. B. im Verlaufe eines CI-Prozesses) zu gleichmäßig hohen Leistungen zu führen, und wie ein Familienunternehmen kultiviert aber offensiv Kunden bindet sowie neue Kunden gewinnt. Mit Freude habe ich nicht nur die durch Lektüre dieses Bändchens angestoßenen Schritte registriert, sondern auch gesehen, dass die Chefin ein weiteres Buch zum Thema auf ihrem Lesestapel geparkt hat:
Jörg Knoblauch u. a.: Unternehmens-Fitness – Der Weg an die Spitze, Gabal.“