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Rumbergs Randnotiz

26.10.2009 09:23 Bücherwürmer und Zeitungsmuffel

Rumbergs Randnotiz - Dirk Rumberg zur Weltder Medien
Dirk Rumberg zur Welt
der Medien
Soll es einen positiv stimmen, dass von den unter 30-jährigen in diesem Land immer noch rund zwei Drittel angeben, Bücher zu lesen – oder trübe, dass der Anteil derjenigen in dieser Altersgruppe, die nie oder nur sehr selten zum Buch greifen in den letzten zehn Jahren von 28 Prozent auf 35 Prozent gestiegen ist?

Ein paar Zahlen aus der FAS von gestern regen zum Nachdenken an. Nein, sie sind nicht neu, sondern stammen aus der AWA (Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse) 2009. Unter der Rubrik „Volkes Stimme“ gibt die FAS Woche für Woche im Wirtschaftsteil dem Allensbacher Institut Raum für ein kleines aktuelles demoskopisches Schlaglicht. Diesmal war der Anlass der Rückblick auf die Buchmesse.

Zuversicht als Buchmensch kann man vielleicht aus dem Vergleich mit einer anderen Printkategorie ziehen: der Tageszeitung. Denn für die wies die AWA aus: Lediglich 41 Prozent der unter 30-jährigen lesen noch mehr oder weniger regelmäßig eine Tageszeitung. Mit Blick auf die Befriedigung aktueller Informationsbedürfnisse ist inzwischen in der Tat ein grundlegender Wandel des Medienkonsumverhaltens bei den Jüngeren zu beobachten. Was die Buchlektüre betrifft, scheint dieses stabiler zu sein. (Wenn auch hier natürlich nicht nur der Klick auf Wikipedia den Griff zum Brockhaus ersetzt hat, sondern auch oft google maps sowie Reiseportale den Kauf eines Reiseführers oder einer Landkarte. Und auch der traditionelle Ratgebermarkt verzeichnet Abwanderung ins Netz).

Dennoch: Belletristik, auch erzählendes Sachbuch und Geschenkbücher werden auch heute noch von rund zwei Ditteln der unter 30jährigen regelmäßig genutzt. Dass man seine (noch) regelmäßigen Kunden pflegen muss – und viel dafür tun muss, neue heranzuführen, zeigt der Blick in eine andere Allensbacher Studie, die Renate Köcher, die Geschäftsführerin des Instituts vor einiger Zeit vorlegte. “Die junge Generation als Vorhut gesellschaftlicher Veränderungen” hat sie analysiert und darin betrachtet, wie sich die Lektüre regionaler Tageszeitungen entwickelt hat. Fazit: Wer mit zwanzig keine Tageszeitung liest, der wird das auch mit fünfzig oder sechzig nicht tun. 1980 lasen 53,4 Prozent der 14- bis 19-jährigen täglich oder fast täglich eine regionale Tageszeitung, fast dreißig Jahre später sind es 53,7 Prozent der 40- bis 49-jährigen (die das 1980 noch zu 72,8 Prozent getan hatten). – Und 2009 lag dieser Wert für die 14- bis 19-jährigen bei 26,3 Prozent. Eine Halbierung, die nichts Gutes für das zukünftige Geschäft der regionalen Zeitungsverleger verheißt; andererseits eine Zahl, die – im Vergleich zum Buchkonsumverhalten in dieser Altesgruppe - dem Büchermenschen dann doch wieder Mut machen sollte.

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