Buchmesse 18.10.2009 17:34
Umgeschaut: der etwas andere Messerundgang

Nachgestellt
Während
der Buchmesse fanden auch 24 Ausstellungen statt. Einige hat BuchMarkt besucht.
In Halle 3.1 war im Veranstaltungsplan am Stand A189 eine Ausstellung
KAFKA. Schriftenreihe der Deutschen Kafka-Gesellschaf angekündigt. „Da ist wohl etwas schief gelaufen“, sagt
Paul Remmel, mit seinem Bru
der Andreas Remmel Chef des
Bernstein Verlags. In der schmalen Koje mit gerade einmal drei Normwänden ist eine Ausstellung mit 25 Bil
dern kaum unterzubringen. Aber man erfährt von
Nadine E. Chmura, Präsidentin
der Deutschen
Kafka-Gesellschaft eine Menge – mehr unter
www.kafka-gesellschaft.de.
Zum Beispiel, dass es diese Gesellschaft erst seit 2005 gibt. „Ich wollte damals Mitglied
der Kafka-Gesellschaft werden und stellte fest, dass die in Deutschland gar nicht existiert. So haben Gleichgesinnte mit mir diesen Verein gegründet“, erzählt Nadine E. Chmura. Seit 2007 trifft sich die Gesellschaft zu Tagungen mit internationaler Beteiligung, zu sechs Kafka-Gesellschaften weltweit bestehen Beziehungen.
Die Deutsche Kafka-Gesellschaft hat mittlerweile etwa 110 Mitglie
der und gibt im Bernstein Verlag eine Schriftenreihe wissenschaftlicher Texte – jeweils nach den Jahrestagungen – heraus, die sich mit einer ausgewählten Kafka-Thematik beschäftigen.
Eine Exposition und ein Katalog existieren natürlich auch. Sie ist durch einen Aufruf an Künstler, sich zum Thema Franz Kafka visuell zu äußern, entstanden. Etwa 60 Einsendungen konnte die Gesellschaft verzeichnen. In einer Wan
derausstellung wurden die Werke bereits in Berlin, Düsseldorf und Bonn gezeigt.
Übrigens: Ein Raum von etwa 60 Quadratmetern mit freien Wänden sollte dafür schon zur Verfügung stehen.
Im Foyer
der Halle 4.0 war die Fotoausstellung
Widerreden – Worte gegen Gewalt zu
60 Jahren
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels aufgebaut. Sie erinnert an die Geschichte des Preises, die damit Ausgezeichneten und ihre Reden in
der Paulskirche in Frankfurt.
Auf einem Tisch konnte man sich Bücher der Preisträger aussuchen und auf Karton-Hockern, die mit wegweisenden Aussagen bedruckt sind, gleich in den Büchern schmökern. Oder aber auf den Sitzmöbeln eine Ruhepause einlegen und dabei die Bilder und Texte auf den Stellwänden anschauen. Am Sonntag ist die Exposition in
der Paulskirche zu sehen.
Auf ein anderes Jubiläum weist eine Bil
derreihe im Gang N und Q gegenüber Q539 in Halle 4.1 hin:
Eine Mauer verschwindet.
Henning Langenheim hat während des Mauerfalls filmstreifenartig Sequenzen aufgenommen und Diptychen von aufeinan
derfolgenden Negativen geschaffen. Ein Katalog dazu ist bei
akg-Images erschienen.
Im Bereich
Nonbooks in Halle 4.0 wird einem ganz weihnachtlich beim Betrachten des Standes von
Hoff Interieur.
Ein paar Schritte weiter findet man Verpackungen, Karten, Kerzen, Seifen und Spiele – hergestellt in den
Mosaik-Werkstätten für Behinderte.
Der Bereich
book art in
der Halle 4.1 hat sogar einen eigenen kleinen Katalog, in dem sich die etwa 100 Aussteller kurz präsentieren. Seit zehn Jahren haben Handpressen, Lithografen, Kalligrafen, Museen und Buchkünstler unter dem Dach
Platz der Buchkunst zusammengefunden, organisiert wird das alles seit dem Jahr 2000 von
BuchDruckKunst e.V. Stimmt, das ist ja noch ein Jubiläum! Und hier gibt’s auch Buchstaben zum Anfassen, die größten – und schwersten – bei
Tanja Leonhardt in ihrem Wortgarten.
Im Comic-Zentrum in Halle 3.0 wurde fleißig an einem riesigen Wandbild gemalt. Für die letzten beiden Messetage ist das Bild ins Foyer des Congress Center umgezogen.
Phil Yeh, der bereits 2002 auf der Buchmesse malte – das damals produzierte Bild ging an ein Frankfurter Kin
derkrankenhaus – zeichnete die Konturen vor, und etwa 100 überwiegend junge Messebesucher, Cosplayer und Comic-Fans haben sich mit Pinsel und Farben beteiligt.
Das Bild wird in diesem Jahr an die Bettina-Schule übergeben.
Ebenso bunt wie die fünf Ein-Quadratmeter-Tafeln von Phil Yeh sind die Kostüme
der Schauspieler, die einen Eindruck in die
Peking-Oper vermitteln. Eine sehr bewegliche und von Musik begleitete „Ausstellung“ auf
der Freifläche Agora.
JF