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Rumbergs Randnotiz

25.09.2009 11:01 Festliche Inszenierung trotz Krise

Rumbergs Randnotiz - Dirk Rumberg zur Weltder Medien
Dirk Rumberg zur Welt
der Medien
Gestern konnte man in München Abends etwas lernen. Nein, nicht auf der Wiesn. Da lernt man höchstens etwas über die „brutalst mögliche Form der Gemütlichkeit“, wie es die Süddeutsche Zeitung vorgestern in Ihrem Bravour-, Kür- und Filetstück auf der Seite 1, dem „Streiflicht“, unnachahmlich zusammenfasste.

Tatort war die Allianz-Arena – und wieder nein, nicht der Rasen (die 60er hatten die Berliner Krise dort am Tag vorher vergrößert), sondern die auf gut Neudeutsch so genannte „Cooking lounge“ von Siemens [mehr...]. Was das alles mit Büchern oder wenigstens mit Medien zu tun hat?

Nun, dorthin hatte das Magazin der Süddeutsche Zeitung „zur kulinarischen Premiere der Rezeptbox NIMM3“ eingeladen, die sie gerade – unter dem Label des bewährten Partners „MeterMorphosen“ auf den Markt gebracht hat. „Nimm3“ ist der Titel einer Koch-Kolumne, die sich seit gut 2 Jahren im SZ-Magazin findet. Die besten 24 Rezepte von den berühmtesten Köchen (Alian Ducasse, Vincent Klink, Sarah Wiener etc.) mit den schönsten Photos, als „Goldbarren“ verpackt in einer Geschenkbox wurden dort vorgestellt. Der Münchner Star- und Sternekoch Alfons Schubeck und Thomas Muhr, der Küchenchef der Allianz Arena (beide natürlich auch mit jeweils einem Rezept vertreten) bekochten die Gäste. Zum Produkt – und auch den Vorgängerprodukten aus dieser Kooperation (unter anderem dem heimlich, unheimlichen Bestseller „Gemischtes Doppel“) – dessen Verfügbarkeit (zur Zeit vergriffen – die nächste Auflage ist aber in Arbeit) und Vertrieb an dieser Stelle am Montag mehr.

Was man lernen konnte? Zweierlei: erstens, dass man sich tatsächlich in der Krise auch antizyklisch verhalten und – die richtigen Partner und die richtigen Macher vorausgesetzt - einen großartigen Event inszenieren kann, der nicht unbezahlbar teuer sein muß. Vor allem aber konnte man etwas über Inszenierung lernen – auch wieder in doppelter Hinsicht. Zum einen: das beste „Buch“, das man aus einer Kolumne machen kann ist eben manchmal kein Buch – sondern sind Rezeptkarten. – Als klassisches Buch wäre dies viel zu dünn geworden, niemand würde auf die Idee kommen, dafür auch nur 4,90 Euro auszugeben. Zum andern, wie man als Koch über Gesundheit („Omega 3“), statt über kochen reden und damit die Zuhörer in seinen Bann ziehen kann – wenn man Alfons Schubeck heißt. Solche Inszenierung in diesem Ambiente regte die Phantasie an, weshalb es demnächst an gleicher Stelle vielleicht „Pasta mit Luca“ gibt. - Für die nicht Eingeweihten - Luca Toni: ein über 1,90 Meter großer Münchner Frauenschwarm und in der vorvergangenen Saison als Spiel- und Spaßpartner von Frank Ribery sehr erfolgreicher Mittelstürmer italienischer Herkunft.

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