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Chefty(i)p-Literatur

- Die Krisenfeste

Die Krisenfeste steht für Cheftypen, die Krisen sehr früh erkennen, keine Scheu vor Ungewissheit, Konflikten sowie vor Risiken zeigen, Probleme analysieren, Emotionen kontrollieren und unverzüglich handeln. In der zwölften Folge seiner Serie CHEFTY(I)P stellt Helmut Benze in BuchMarkt 1 / 09, Seite XX die Krisenfeste vor.

Unter den Krisenfesten findet man freilich auch einige Chefs, die in Krisen und Konflikten aufblühen, weil sie glauben, in schwierigen Situationen noch eindrucksvoller zeigen zu können, wie meisterhaft sie jede Lage beherrschen. Damit wird nicht behauptet, sie suchten Krisen. Wohl aber habe ich beobachtet, dass manche Krisenfeste gelegentlich Konflikte suchen. Sei es um den Preis, durch entschiedenes bis brachiales Vorgehen, Konflikte und Schieflagen zu beschleunigen oder zu schaffen.

Bei der „Krisenfesten“ haben das Vorbild des Vaters und das provozierende Gegenbeispiel des Lehrherren entscheidend dazu beigetragen, eine eher zurückhaltende, abwägende und konfliktscheue Frau zu motivieren, Krisen und Konflikte anzunehmen und möglichst schnell erfolgreich zu überwinden.

Unter den etwa 50 Büchern, die sich in der Führungs-Handbibliothek befinden sind fünf, zu denen die Krisenfeste immer mal wieder, oft sogar besonders gern greift:

> Ulrike Fokken / Verena Laschinger: Quer denken und gewinnen Neue Management-Perspektiven für Führungskräfte, Redline Wirtschaft
„Mich hat vor allem angesprochen und beeinflusst, dass die Autorinnen so entschieden und überzeugend auf fünf Erfolgsfaktoren setzen, die meiner Auffassung von guter Führung entsprechen und die ich durch das Buch zu meinen Schlüsselfaktoren – auch für Krisenmanagement – verstärken konnte: Charakter / Werte / Leidenschaft / Anspruch und Kontakte. Dieses Buch hat dazu beigetragen, dass ich eine quer gedachte Beziehung zu Krisen und Konflikten entwickeln konnte und mich dabei im Laufe der Zeit immer bereitwilliger mit Vorbildern oder mit eher unüblichen Motivatoren beschäftigte.

> Jürgen W. Goldfuß: Führen in schwierigen Zeiten Sicher durch Krisen- und Umbruchsituationen lenken, Campus
„Im Blickpunkt dieses Buches, dass für mich eine Art Begleitbuch geworden ist, stehen die Mitarbeiter, für die Krisen und Umbrüche oft stark beunruhigend und Angst auslösend sind. Goldfuß zeigt überzeugend und praxisrelevant, wie Chefs Mitarbeiter rechtzeitig auf Krisen einstimmen und für gemeinsames Krisen-Management gewinnen können. Beeinflusst haben mich Anregungen, wie ich persönliche Balance bewahre und für Mitarbeiter eine stabilisierende Ausgewogenheit herstelle zwischen dem Veränderungsdruck, der Aggressionen, Eifersucht, Mobbing oder Flucht auslösen kann und der Mitarbeiterloyalität, die überhaupt erst gemeinsames Standhalten ermöglicht.“

> Regina Mahlmann / Nina L. Dulabaum / Ruth Pink u.a., herausgegeben von Ingeborg Sachsenmeier: Konfliktmanagement und Mediation Schwierige Situationen souverän meistern, Beltz
„ Dieser Band ist für mich der wichtigste in der Handbuchreihe „Mit Kommunikation zum Erfolg“. Ich habe bestätigt bekommen, dass meine Art und Weise mit Konflikten umzugehen richtig ist; habe jedoch einige wichtige Methoden kennen gelernt und sehr gut für meine Praxis vermittelt bekommen. Ich habe z.B. gelernt, soziale Konflikte viel besser als zuvor zu erkennen und zu steuern. Ich dafür sensibilisiert worden, folgende Interaktionen zuverlässiger zu erkennen, die typisch für soziale Konflikte in und unter Gruppen ab drei Personen sind: Koalitionsbildung / Auswirkungen von (oft verdeckter) Konkurrenz und Rivalität / soziale Kontrolle und die positiven Auswirkungen von Kooperation.“

> Mario Pricken: Kribbeln im Kopf Kreativitätstechniken & Brain-Tools für Werbung & Design, Verlag Hermann Schmidt Mainz
„Ich habe vor Jahren einen Kreativitäts-Workshop besucht, begeistert sehr viel gelernt und geglaubt, ein weiteres Buch zum Thema sei unnötig. Prickens Feuerwerk hat mich eines Besseren belehrt. Sein von der ersten bis zur letzten Seite fesselndes Plädoyer für Kreativität als Lebens- (und Leistungs-) Elexier baut mich jedes mal auf, beflügelt mich, wenn ich mich vor oder in einer Krisen-Situation aufladen will. Ich kann dieses Buch nie aus der Hand legen, ohne ermutigt zu sein, dass Menschen, wenn sie nur wollen und gewitzt vorgehen (auch mit sich selbst umgehen!) verfahrene Situationen bewältigen können. Mindestens jedoch mit Krisen und Konflikten so kreativ umzugehen vermögen, dass auch ein (vorläufiges) Scheitern zum Ansporn für neue Lösungsideen wird.“

> Margot Morell / Stephanie Capparell: Shackletons Führungskunst Was Manager von dem großen Polarforscher lernen können, Eichborn oder rororo
„Mir wäre nie der Gedanke gekommen, von einem Polarforscher sehr viel über Menschenführung lernen zu können. In einer Runde von Cochees wurde über die Bedeutung des „Inneren Teams“ gesprochen: Über Vorbilder aus Leben und Literatur, die jeder als geheimesTeam stiller jedoch höchst beredter Ratgeber, Wegweiser, Tröster, Antreiber, eben Privat-Coaches halten und konsultieren kann. Eine Verlagsleiterin schwärmte derart von Shackletons Führungskunst, dass ich mehr aus Neugier und Zweifel erst zu diesem Buch, dann zum Bericht von Shackletons Kapitän F. A. Worsley (Ullstein) und schließlich zum Bildband „Mit der Endurance in die Arktis“ (DuMont) griff. Seitdem ist Shackleton bevorzugtes Mitglied meines Inneren Teams. Von ihm habe ich unter anderem gelernt – oder bin darin bestätigt worden - , dass ich meiner Führungsverantwortung, vornehmlich in Krisen und Konflikten gut gerecht werde. So z. B. bei der Auswahl und Koordination von Mitarbeitern, bei der Regelung von Mitarbeiterkonflikten, dem Aufbau von Teams, beim aktiven Zuhören mit Feedback und Fehlerkorrektur, der Entfaltung individueller Begabungen meiner Leute, beim Verzicht auf Dankbarkeit für gute Führungsarbeit, in extremen Krisenlagen und in der besonnenen Entschlossenheit zum Durchhalten. Bestätigt fühlte und fühle ich mich besonders darin, dass Fürsorge und gerechtes Mitgefühl Führungsstärke nicht mindern sondern vielmehr glaubhafter und wirkungsvoller machen. Durch Shackleton habe ich erst richtig gelernt, wie wichtig es ist, als Chef immer auch Vorbild zu sein. Ohne dadurch Unnahbarkeit und Fehlerlosigkeit zu beanspruchen. Tief beeindruckt hat mich u. a. ein Bericht von Mannschaftsmitgliedern, Shackleton, der immer Gerechtigkeit gegenüber jedem walten ließ - auch gegenüber schwierigen und aufsässigen Männern - habe stets klärende Gespräche unter vier Augen gesucht, wenn er das Gefühl hatte, mit jemandem zu hart umgesprungen zu sein. Mit diesem Beispiel vor Augen habe ich es geschafft, Krisen nicht der Bewährung und Bestätigung wegen zu suchen, mich nicht als Krisenlöserin anzubieten sowie gerade bei heftigen Konflikten mit Mitarbeitern oder Geschäftspartnern eine faire, von Respekt und Anstand geprägte Beziehung herzustellen.“