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Leseforschung 04.12.2008 12:25

Stiftung Lesen legt Studie „Lesen in Deutschland“ vor

Es sei die größte Untersuchung des Leseverhaltens in Deutschland seit acht Jahren, erklärt die Stiftung Lesen: Die neue Studie „Lesen in Deutschland 2008“, die vom Bundesministerin für Bildung und Forschung gefördert wurde. Eines der Ergebnisse: In Deutschland liest jeder Vierte niemals ein Buch.

Über 2.500 Jugendliche und Erwachsene wurden bei dieser Lesestudie repräsentativ befragt. Einen besonderen Fokus legte die Studie auf Menschen mit Migrationshintergrund – und kam zu dem Ergebnis. dass 36 Prozent von ihnen ein- oder mehrmals in der Woche und 11 Prozent täglich lesen. Damit greifen sie mindestens ebenso häufig zum Buch wie der Bevölkerungsdurchschnitt mit 36 Prozent wöchentlichen bzw. 8 Prozent täglichen Lesern.


„Deutsch sprechende Migranten bilden eine neue ´Lese-Mittelschicht´ - mit großem bildungspolitischen Potenzial“, lautet das Fazit von Andreas Storm, Parlamentarischer Staatssekretär für Bildung und Forschung: „Ihre Mitglieder sind wichtige Multiplikatoren, um bildungsferne Schichten zu erreichen. Und sie belegen, dass die Vermittlung von Sprachkompetenz der Schlüssel für erfolgreiche Leseförderung ist.“

Darüber hinaus dokumentiere die Studie das generelle „Verschwinden des klassischen Gelegenheitslesers mit einem bis vier gelesenen Büchern im Monat“, erklärte Professor Dr. Stefan Aufenanger für die Stiftung Lesen: „Der Vergleich mit den Vorgängerstudien der Stiftung Lesen 1992 und 2000 zeigt, dass der ,harte Kern´ der Viel-Leser von mehr als 50 Büchern pro Jahr mit rund 3 Prozent stets gleich bleibt. Die Gelegenheitsleser verzeichnen allein in den vergangenen acht Jahren einen Schwund von 31 Prozent auf 25 Prozent.“

Und die Studie belegt das Fehlen eines besonders wichtigen Leseimpulses: 45 Prozent der 14- bis 19-Jährigen erklären, dass sie als Kind nie ein Buch geschenkt bekamen.

Die Vision vom „Bildschirm-Lesen als Zerstörer der Lesekultur“ trifft laut Studie nicht zu: „Lesen am Bildschirm ist im Alltag angekommen – dennoch möchte die Mehrheit nicht auf gedruckte Bücher verzichten.“ Was schätzen die Leser an den Printmedien? „Gedrucktes wird weiterhin als besonders glaubwürdig empfunden. Und es bietet offenbar mehr Orientierungshilfe: 20 Prozent beklagen, dass sie sich beim Lesen am Bildschirm verzetteln.“

„Lesen in Deutschland 2008“ zufolge prägen 6 „Lese-Typen“ die deutsche Leselandschaft:
  • Zu den „Leseabstinenten“ zählen 25 Prozent – für sie ist Lesen mühevoll.

  • 24 Prozent haben als „Lesefreunde“ eine hohe emotionale Wertschätzung des Lese-Erlebnisses.

  • 20 Prozent sind „informationsaffine“ Leser.

  • 12 Prozent zählen zu den sowohl Computern als auch einem „schön gestalteten Buch“ gegenüber aufgeschlossenen „Vielmediennutzern“.

  • 11 Prozent ziehen als „elektronikaffine Mediennutzern“, Computer gegenüber Büchern vor.

  • 8 Prozent sind „Medienabstinente“: Sie halten alle Medien für „Ballast“.



  • Eine Dokumentation zahlreicher Ergebnisse ist bei der Stiftung Lesen zum Download
    abrufbar: www.StiftungLesen.de


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