DIE PREISVERLEIHUNG
Applaus für die Ausgezeichneten in Frankfurt 2007

Die Preisträger, Juroren und Sponsoren der Auszeichnung Buchhandlung des Jahres 2007
Applaus für die Ausgezeichneten: Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse wurden am Samstag, den 13. Oktober, die Preisträger des
BuchMarkt-Wettbewerbs Buchhandlung des Jahres geehrt
[mehr...]. In der von BuchMarkt-Chefredakteur und -Herausgeber
Christian von Zittwitz moderierten Veranstaltung ehrten die Juroren
Doris Giesemann und
Hans Frieden sowie Autor
Peter Prange die Preisträger.
Zur unabhängigen Jury, die die Bewerbungen der Buchhandlungen in fünf

Christoph Greuter, Ulrich Richter (v.l.)
unterschiedlichen Kategorien gesichtet und bewertet hatten, gehörte auch
Ole Schultheis, der bei der Preisverleihung leider verhindert war.
Dank des Engagements der Verlage
Diogenes, S. Fischer, Berlinverlag, Hoffmann und Campe sowie
UTB konnten sich die Gewinner nicht nur über Lob und Ehre, sondern auch über jeweils eine Reise für zwei Personen in die Verlagsstädte freuen.
Christoph Greuter von
Buch Greuter in Singen wurde sein Preis in der Kategorie Unabhängige Sortimentsbuchhandlung von Diogenes-Vertriebsleiter
Ulrich Richter übergeben.
Martina Kraus, Heike Wittenhorst, Margarete und
Michael Riethmüller von

Michael und Margarete Riethmüller, Martina Kraus,
Hans Frieden, Heike Witthorst
RavensBuch in Friedrichshafen erhielten ihre Auszeichnung in der Kategorie Großbuchhandlung von
Dr. Uwe Rosenfeld und
Katrin Altenhein vom S. Fischer Verlag.
Janni Froese vom
Landkartenhaus in Freiburg wurde der Preis in der Kategorie Spezialbuchhandlung von
Elisabeth Ruge und
Ulli Hörnemann vom Berlinverlag überreicht.
Die Laudation auf
Ursula Einberger von
PeissenBUCH in Peißenberg, die in der Kategorie Newcomer gewann, hielt Autor Peter Prange. Die Auszeichnung überreichte ihr Markus Klose von Hoffmann und Campe.
Dr. Ursula Töller von der
Heinrich Heine Buchhandlung in Hamburg wurde ihre Auszeichnung in der Kategorie Fachbuchhandlung von
Susanne Ziegler von UTB überreicht.

Peter Prange, Ursula Einberger
Stellvertretend für die Laudationes auf jeden einzelnen Preisträger hier der Wortlaut des Lobes auf den Newcomer des Jahres, PeissenBUCH in Peißendorf, verfasst von Peter Prange:
„Sehr geehrte Damen und Herren,
es ist mir eine große Ehre und ein persönliches Vergnügen zugleich, den diesjährigen Newcomer des Jahres, pardon: die diesjährige Newcomer
in des Jahres, anzukündigen. Diese Kategorie könnte überschrieben sein mit dem Motto: „Die Unvernünftigen sterben nicht aus!“ – und ich füge hinzu: „Gott sei Dank!“
Die Preisträgerin Ursula Einberger ist eine Quersteigerin. Von Hause aus gelernte Betriebswirtin, sollte man eigentlich meinen, dass sie kalkulieren kann. Trotzdem wagte sie im September 2006 den Sprung in die Selbstständigkeit und hat eine 90 Quadratmeter große Buchhandlung mit allgemeinem Sortiment eröffnet, und zwar in Peißenberg, Zusammen mit drei Mitarbeitern kümmert sie sich seitdem um ihre Kunden.
Hätten Sie mich vor kurzem gefragt, wo Peißenberg liegt – ich gebe zu, ich wäre die

Elisabeth Ruge, Janni Froese, Hans Frieden
Antwort schuldig geblieben. Dank PeissenBUCH habe ich jedoch meinen geografischen Horizont erheblich erweitert und weiß nun, dass dieser Ort mit seinen 11.900 Einwohnern etwa 60 Kilometer von der bayerischen Hauptstadt entfernt liegt. Wichtiger aber ist, dass dank PeissenBUCH Peißenberg nun auch literarisch kein weißer Fleck mehr auf der Landkarte ist
Zahlreiche Aktivitäten haben PeissenBUCH in kürzester Zeit bekannt gemacht, vor Ort und in der Region. Seit der Geschäftsgründung hat Ursula Einberger ein wahres Feuerwerk an Kreativität gezündet, mit einer Fülle von Veranstaltungen: von klassischen Lesungen und Vorträgen über Spielenachmittage, Bücher-Ralleys und Malwettbewerbe bis hin zu Auftritten bei Gewerbemessen und Gesundheitstagen. Damit hat Peißenberg nicht nur eine neue Buchhandlung bekommen, sondern zugleich ein richtiges neues Kulturzentrum.
Erlauben Sie mir dazu ein persönliches Wort als Autor. Wir Autoren leben bekanntlich alle für die Literatur. Doch
für die Literatur leben kann jeder Esel –
von der Literatur leben, das ist die Kunst! Das können wir Autoren allerdings nur, wenn es so positiv Verrückte gibt wie Ursula Einberger, die ihre Begeisterung für das Buch wie eine Epidemie verbreitet, die mit ihrer Leidenschaft für gute Geschichten ihre Mitarbeiter Kunden ansteckt und so allen Vernunftgründen zum Trotz etwas geschafft hat, was angeblich unmöglich ist: sich als kleine feine Buchhandlung gegen die scheinbar erdrückende Konkurrenz der Großbuchhandlungen und Konzerne zu behaupten.
Visionär ist, wer Unmögliches denkbar und Denkbares möglich macht. In diesem Sinn können wir Ursula Einberger mit allem Recht der Welt eine Visionärin nennen. Der erste Schritt ins Reich des Unmöglichen ist ihr mit erstaunlichem Erfolg gelungen, und an weiteren Ideen für Peißenberg und PeissenBUCH mangelt es der Neugründerin nicht. Sie hat gezeigt, wie man den Buchmarkt auch mit begrenzten Mitteln aufmischen kann – mit mehr Grips als mit Geld, einer Ressource, die gratis zu haben und dennoch einer der seltensten Rohstoffe überhaupt ist.

Dr. Ursula Töller, Christian von Zittwitz,
Doris Giesemann
Für ihr überzeugendes Gesamtkonzept, mit dem Ursula Einberger an den Start gegangen ist, wird sie heute mit der Auszeichnung „Newcomer des Jahres“ belohnt. Als äußeres Zeichen der Anerkennung gewinnt PeissenBUCH eine Reise für zwei Personen nach Hamburg – auf Einladung des Verlages Hoffmann und Campe.
Voller Hochachtung beugen wir vor Ursula Einberger und ihren Mitarbeitern unser Haupt und ziehen den Hut. Und wer keinen solchen trägt, der möge applaudieren!“