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AUSZEICHNUNGEN 07.10.2005 13:56

Yasmina Reza erhält WELT-Literaturpreis 2005 für ihr Lebenswerk

Die französische Schriftstellerin Yasmina Reza erhält in diesem Jahr den mit 10 000 Euro dotierten WELT-Literaturpreis für ihr Lebenswerk. In der Begründung der Jury, der Lord George Weidenfeld, Bernhard Schlink, Rachel Salamander und Tilman Krause angehören, heißt es: „Yasmina Reza wird geehrt für ihr Schaffen in Prosa und für die Bühne. Ihr Werk zeichnet sich aus durch eine kämpferische Kritik an den Auswüchsen der Spaßgesellschaft, ohne darum das Bedürfnis nach geistreicher Unterhaltung zu negieren. Yasmina Reza zählt zu den wenigen Autoren von heute, die Literatur noch als sprachliches Kunstwerk ernstnehmen. Sie legt mit jedem neuen Buch Proben von hoher stilistischer Könnerschaft ab. Sie hat einen unverwechselbaren Ton gefunden, der die Beweglich- und Geschmeidigkeit des wohlgesetzten gesprochenen Wortes mit dem ausgeprägten Sinn des Epikers für den organischen Erzählfluss zu verbinden weiß. Sie ging in die Schule eines Flaubert, der wusste, dass der gute Satz nur dann entsteht, wenn jedes Wort sitzt. Sie ging in die Schule eines Stendhal, der wusste, dass wahre Charakterzeichnung nur dann gelingt, wenn der Autor selber ein Experte der menschlichen Seele, bis hinein in deren Abgründe, ist. Yasmina Reza verkörpert auf eine sehr zeitgemäße Weise die besten Traditionen der französischen Literatur. Und sie verkörpert sie auf eine intellektuell verführerische Weise wie derzeit keine andere Stimme aus Frankreich.“

Yasmina Reza, 1959 in Paris geboren, ist seit ihrem Welterfolg „Kunst“ von 1994 die meistgespielte Theaterautorin der Gegenwart. Parallel zu ihrem Werk für die Bühne schreibt sie seit den späten neunziger Jahren Romane. Vor allem die beiden letzten Titel „Eine Verzweiflung“ und „Adam Haberberg“ waren sowohl in Frankreich als auch in Deutschland sehr erfolgreich beim Publikum und bei der Kritik.


Der Preis wird am 14. November in Berlin verliehen. Die Laudatio hält der Filmregisseur Dani Levy.


Mit dem WELT-Literatur erinnert DIE WELT an den Publizisten Willy Haas, der 1925 „Die literarische Welt“ gründete. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Bernhard Schlink, Imre Kertész, Pat Barker, Leon de Winter, Jeffrey Eugenides und Amos Oz.


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