Steinfeld bekennt sich als „Sturm“-Autor

Reichlich 24 Stunden nur hat das Rätselraten im Feuilleton-Skandal um das Pseudonym Per Johansson gedauert, heute hat – wie der Spiegel berichtet – der von Richard Kämmerlings bereits gestern in der Welt „verdächtigte SZ-Feuilleton-Chef Thomas Steinfeld zugegeben, daß er den bei S. Fischer erscheinenden Roman Der Sturm geschrieben hat. Und das am Bayern-Feiertag Maria Himmelfahrt!

Im Roman soll es – kaum verschlüsselt – um die Ermordung des nicht ganz unbekannten deutschen Journalisten Frank Schirrmacher gehen, der natürlich anders heißt im Buch, aber wohl erkennbar genug gezeichnet ist. Kämmerlings jedenfalls hat gestern auf fast zwei Seiten in der Welt die „Indizienbeweise“ zusammengetragen und den Ball ins Rollen gebracht.

Der Spiegel: „Per Johansson ist das Pseudonym von Steinfeld, sein Mitautor soll dem Verlag S. Fischer zufolge Martin Winkler sein. Noch nicht abschließend erörtert ist dagegen die These der Welt, das Mordopfer des Kriminalromans, ein deutscher Journalist namens Christian Meier, trage deutliche Züge des FAZ-Herausgebers Frank Schirrmacher.“

Steinfeld nannte es gegenüber dem Spiegel „abenteuerlich“, eine lebende Person und zudem einen „respektierten Journalisten“ in seinem Roman-Mordopfer erkennen zu wollen. Sein Anspruch sei einzig gewesen, „mit Ernst, Können und Humor einen guten Kriminalroman zu schreiben“.

Der Spiegel spekuliert darüber, ob Steinfeld vielleicht das Skandalpotential seines Romans tatsächlich unterschätzt habe. In einer Stellungnahme bemüht sich auch Fischer-Chef Dr. Jörg Bong um Schadensbegrenzung: „Wir stellen fest, dass in manchen Rezensionen Stellen des Romans auf eine konkrete Person, auf den Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Herrn Dr. Schirrmacher, bezogen werden. Dass dies überhaupt zu einer Lesart werden konnte, bedauern wir zutiefst“, zitiert ihn der Spiegel.

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