„Ende der Hypnose. Vom Netz und zum Buch“ – ein Plädoyer von Roland Reuß

Ein solches Buch hat es lange nicht gegeben – und dabei ist es längst überfällig: Abgewogen und doch leidenschaftlich argumentierend für die Kultur des Buches statt geifernd sich in Kommentarfunktionen austobend:

Stroemfeld hat die brillante Analyse Ende der Hypnose. Vom Netz und zum Buch von Prof. Roland Reuß, streitbarer Literaturwissenschaftler und mit Peter Staengle Herausgeber der Franz Kafka-Faksimile-Edition, veröffentlicht: ein kleines bibliophiles Taschenbuch, in dem nicht allein die vielbeschrieenen gesellschaftliche Folgen der Digitalisierung reflektiert werden; Reuß brilliert mit Argumenten für’s gedruckte Buch und Lesen, die jeder in der Branche kennen sollte. Deshalb zitieren wir hier auch an den folgenden Freitagen ein paar Kernsätze und weisen darauf hin: Sie ersetzen keinesfalls die Lektüre des ganzes Werkes:

Seite 84:

Wer sich nur eine halbe Stunde vorurteilslos in seinen Gewohnheiten hinter einem ‚Schirm‘ beobachtet, weiß, daß konzentriertes Arbeiten, Konzentration überhaupt, durch das Medium selbst nahezu unmöglich gemacht wird. Dieses Defizit kann aber nicht etwa durch eine andere, ‚bessere‘ Technik … wettgemacht werden. Die Technik selbst ist hier das Problem: ‚Online‘-Sein bedeutet perforierte Aufmerksamkeit… so ist man am PC, am tablet, immer schon mittendrin in der Welt der Geschäfte, der ‚Kommunikation‘, der Versteigerungen, der ‚Freundeskreise‘, der Nachrichtenkanäle… Einmal bei einer kleinen Konzentrationsschwäche während des Schreibens eines Artikels die e-mails ‚abgerufen‘ – man kommt so schnell nicht wieder zurück.

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